Tag 3 im Dschungelcamp: "Heute ist Modelessen angesagt. Also nichts"

Johannes Giesler
Freier Autor
Gisele Oppermann traut sich nicht so richtig ins Wasser. Sie bricht die Dschungelprüfung ab und geht ohne Sterne und damit ohne Essen ins Camp zurück. Foto: MG RTL D

Gisele verweigert die Dschungelprüfung, niemand will auf dem Boden schlafen, der Magical Morning verliert seine Anhänger. Tag drei ist schnell zusammengefasst, weil die Kandidaten etwas durchhängen. 

Schlafentzug ist eine Form der Folter. Das Opfer kann nicht mehr klar denken, wird reizbar und verliert Widerstandsfähigkeit. So steht es bei Wikipedia. Wer die realen Auswirkungen sehen möchte: einfach RTL einschalten. Im Dschungelcamp ging es bekanntlich schon immer um Essen, je besser Einzelne bei den Dschungelprüfungen abschneiden, desto mehr Rationen gibt es für die Gruppe. So entsteht Verantwortung für das Wohlbefinden des Teams. Aber bis der Hunger die gewünschten Effekte zeigt, dass sich die Campbewohner also an die Gurgel gehen, dauert es erfahrungsgemäß einige Tage. Anfangs federn die Reserven auf den Hüften den Leidensdruck etwas ab, die gute Kinderstube oder eben die Widerstandsfähigkeit. Die Gruppe hält dann noch zusammen. Jeder kann ja mal mies abschneiden in den Prüfungen. Alle für einen.

Der Dschungel im Stream: So verpasst man keine Folge

Doch mittlerweile setzt RTL zusätzlich auf Schlafentzug, um etwas sozialen Brandbeschleuniger in die Gruppenglut zu kippen. Und dazu noch auf perfide Weise: Es gibt nur sechs Betten im Camp. Ähnlich Big Brother, wo seit einiger Zeit das Haus zweigeteilt ist, einmal Luxusbereich und einmal nicht. Das Prinzip ist klar: Privilegien erzeugen Neid, Neid erzeugt Streit, Streit erzeugt Einschaltquoten. Deshalb dreht es sich an Tag drei im Dschungel auch fast nur um die Bettenfrage. Die Bodenschläfer wollen das „Rotationsprinzip“ anwerfen, jede Nacht soll doch bitte getauscht werden. Nur verhält es sich mit Privilegien so, dass die ungern aufgegeben werden. Also erwehren sich Chris Töpperwien und Gisele Oppermann den augenberingten Bettengeiern vom gemeinen Bodenvolk.

Alle wollen doch einfach nur schlafen

Chris sagt: „Ich bleibe in meinem Bett. Wenn hier einer 100.000 Euro gewinnt, krieg ich auch nichts ab. Ich habe Rückenschmerzen. Das ist eine Fernsehsendung. Ich bleibe, solange ich Bock habe oder rausgewählt werde oder König werde in meinem Bett.“ Gisele stimmt ihm zu: „Eigentlich kann ich mir das nicht vorstellen mit dem Rotieren.“

Bastian Yotta schaltet sich dazu: „Ich könnte das vielleicht akzeptieren, wenn du das nächste Mal fünf Sterne holst.“

Wahrscheinlich dreht sich hier das Gespräch darum, dass Chris Töpperwien nicht auf dem Boden schlafen will. “Aus Prinzip.” Foto: MG RTL D

„Ich bin eh am überlegen, ob ich gehe. Ich werde in diesem Bett bleiben, auch wenn ihr mich hasst. Ich werde eh bald rausgehen.“

„Wann?“

„Das werde ich dir doch nicht sagen.“ Das wäre auch doof, immerhin hängt die RTL-Gage ab von den überstandenen Tagen. Die will niemand aufs Spiel setzen.

Zwei zerreißen sich das Maul

Später sitzen Chris und Gisele noch abseits der Gruppe zusammen und tuscheln. Chris sagt: „Ich finde den Yotta furchtbar, weil ich weiß, was für eine linke Bazille der ist. Seine Fans haben mir Screenshots gezeigt, mit Überweisungen, Geld, das sie nie wiederbekommen haben. Ich weiß, dass der seine Kohle nur durch solche Maschen macht. Jetzt kommt er hier rein und macht auf Motivator und Zampano. Das hasse ich. Ich habe aber gedacht, dass er die Kontrolle schneller verliert. Man merkt, wie aggressiv er ist. Wie er sich aufs Bett setzt neben mir, wie er guckt, das Holz wegwirft.“

„Ich kann nicht mit Doreen. Die ignoriert mich“, sagt Gisele.

„Das ist eine Gruppendynamik. Leute tun sich zusammen. Man muss mit niemand ein Leben lang befreundet bleiben. Wir sind hier nicht im Landschulheim.“

Die beiden Bettenfanatiker Chris und Gisele plaudern am Pool. Es könnte alles so schön sein. Ohne die anderen. Und den Dschungel. Und RTL. Foto: MG RTL D

Magical Morning – Die Sekte verliert Anhänger

Den Magical-Morning gab es natürlich auch wieder. Bastian verbreitet seine Weisheiten dieses Mal auf Englisch: „I am strong, healthy and full of energy.“ Evelyn Burdecki erklärt, was damit gemeint ist: „Das ist Yoga mit Geschrei. Wir sind stark. Und haben Energie wie eine Batterie. Und sind hälsy, also wunderschön.“ Englischniveau? Verhandlungssicher.

Zwischenzeitlich haben sich die Yotta-Jünger auf sechs dezimiert, die Gegenbewegung zum Morgenritual ist hingegen auf ebenfalls sechs angewachsen. Sandra Kiriasis zu Chris: „Wir haben ja auch die Regel, nicht englisch zu sprechen.“

„Oh, das ist gut. Das ist ein kompletter Regelverstoß. Wenn ich Chef bin, verbiete ich das alles.“

Apropos Regelverstöße, die wurden ohnehin fleißig begangen: Geschirr wurde im Weiher gespült, Essenreste ins Gebüsch geworfen, Holz an verbotenen Stellen gesammelt, das Feuer war nachts zu klein, jemand hat außerhalb der erlaubten Zeit geschlafen, zudem geisterte jemand Nachts alleine im Camp herum und gegen die Zigarettenregeln wurde auch verstoßen.

„Wer hat denn im Weiher gespült?“, fragt Chris.

„Spielt doch keine Rolle, wer das war. Ist eben passiert“, sagt Bastian. Der olle Weiherspüler.

Dschungelprüfung: Nö

Zur Dschungelprüfung „Abgewrackt“ muss wieder Gisele. Mitten im Dschungel, in einem angelegten Tümpel steht ein Schiffswrack, das mit Wasser gefüllt ist. Darin allerlei Getier und zwölf Sterne zum Ertauchen. Gisele: „Ich werde mich mal von meiner Kleidung befreien. Mein Ziel ist es, die Prüfung zu bestehen.“

An der Einstiegsluke schwimmt dann ein Babykrokodil vorbei. „Aaaah! Will mich das theoretisch auch angreifen? Ich habe gestern Krokodil gegessen.“

Nach viel Drama und ein paar Tränen bricht sie dann ab und geht mit leeren Händen zurück.

„Heute ist Modelessen angesagt. Also gar nichts“, sagt Gisele. Vom Team gibt es trotzdem Applaus und: „Scheiß drauf. Dschungel ist nur einmal im Jahr.“

„Das ist für mich eine Katastrophe. Das ist für mich Stress“, sagt Bastian. „Gestern hat sie den Miracle Morning gemacht und fünf Sterne geholt. Heute hat sie ihn nicht gemacht: Null Sterne. Liebe Gisele, urteile selbst. Da vergeht mir die Lust zu coachen, weil sie sich gar nicht ändern will.“

Und was haben die anderen den Tag über so gemacht?

Von Leila Lowfire erwartete sich RTL offensichtlich eine Menge Sextalk. Sonja Zietlow moniert entsprechend: „Ich verstehe ja, dass hier im Dschungel alle eine andere Seite von sich zeigen wollen. Aber wieso ausgerechnet die versaute Sextante? Buuhuu.“ Daniel Hartwig: „Wegen dir haben wir alle Sendungen nach 22 Uhr geplant. Gerade könnten wir aber im Kika laufen.“

Und dann endlich zu Evelyn und Domenico, den ehemals-Verliebten. Er „pssst“ sie an.

Sie fragt: „Was geht in deinem Kopf vor.“

Er sagt: „Gar nichts.“ Treffend.

Die beiden „beobachtet“ übrigens Hobbystalker Felix van Deventer „die ganze Zeit“. Beichtet er ihr später. Mehr macht er aber auch nicht.

Tommi Pipers Stuhlgang: verstopft. Noch immer.

Doreen Dietel hat mal ihr Kind alleingelassen, um bei einem Filmdreh dabei zu sein. Bewerbung für „Mein Kind, dein Kind“ bei Vox ist raus.

Und Bastian und Chris? Als Bastian ihm den Rücken zudreht, zückt Chris seine beiden aussagekräftigsten Finger. Ungesehen bleibt ungesühnt, so gibt es wieder keine Eskalation zwischen den beiden Machohähnen. Bastian bietet noch ein Vier-Augen-Gespräch an, das der Currywurstman aber ausschlägt.

Und zur nächsten Dschungelprüfung müssen: Chris und Gisele: „Sollen wir jetzt beide weinen?“

Das ist bisher alles passiert:

Im Video: Dschungelcamp im echten Leben – Bald gibt es Mehlwurm-Nudeln zu kaufen!

Alle Infos zu “Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!” im Special bei RTL.de