Tag der Pressefreiheit: Arbeit von Journalisten in der Türkei gefährlich

Allein in der Türkei sind zur Zeit mehr als 120 Journalisten in Haft, einer von ihnen ist der Karikaturist Musa Kart. Er arbeitete für die Zeitung “Cumhuriyet” und wurde im vergangenen Herbst mit weiteren Redaktionskollegen festgenommen.

Zum internationalen Tag der Pressefreiheit eröffnete die Frau Musa Karts, Sevinc, im Brüsseler Europaparlament eine Ausstellung darüber, wie Ankara gegen die Medien vorgeht: “Meinungsfreiheit und Medien sind unter Druck geraten, auch “Cumhuriyet”, gegen die man aus politischen Gründen vorging. Zwölf Mitarbeiter – Journalisten, darunter auch mein Mann, und leitende Angestellte – sind im Gefängnis Silivri inhaftiert. Es ist schwierig, zu erklären, was wir miterleben müssen, denn es scheint unglaubwürdig.”

Proteste gegen die Inhaftierung von Journalisten haben bisher nicht geholfen, auch der für die deutsche konservative “Welt” schreibende deutsch-türkische Journalist Denis Yücel ist weiterhin in Haft.

“Journalismus ist kein Verbrechen”, betont die deutsche grüne Europaabgeordnete Rebecca Harms. “Unabhängiger Journalismus, Medienvielfalt sind für mich Voraussetzungen für die Demokratie. Auch in Ungarn verschlechtert sich die Lage, trotz der Kritik aus Brüssel.”

Auf der Rangliste der Pressefreiheit, die die Organisation “Reporter ohne Grenzen” erstellt hat, nimmt die Türkei Rang 155 ein. Seit dem Putschversuch vom vergangenen Sommer wurden über 150 Medienhäuser geschlossen.

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