Taliban verkünden dreitägige Feuerpause

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Afghanistan befindet sich seit fast 20 Jahren im Krieg

Die radikalislamischen Taliban haben eine dreitägige Feuerpause anlässlich des islamischen Opferfestes Eid al-Adha verkündet. Alle Taliban-Kämpfer seien aufgefordert, während der am Freitag beginnenden Feiertage auf "Einsätze gegen den Feind" zu verzichten, erklärte Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid am Dienstag. Eine Verringerung der Gewalt gilt als wesentliche Voraussetzung für die Aufnahme innerafghanischer Friedensgespräche. Afghanistans Präsident Aschraf Ghani sagte am Dienstag, diese könnten bereits in einer Woche beginnen. Die USA begrüßten die Feuerpause.

Die Feuerpause solle Tag und Nacht gelten, sagte Mudschahid. "Feindliche" Angriffe würden jedoch mit Gewalt beantwortet, kündigte er an.

Die Regierung in Kabul begrüßte die angekündigte Feuerpause. Alle Sicherheits- und Streitkräfte seien angehalten, sich an die Waffenruhe zu halten, sagte der Präsidentensprecher Sedik Sedikki der Nachrichtenagentur AFP. Sie sollten aber Vergeltung üben, sollte es zu Taliban-Anschlägen auf Streitkräfte oder Zivilisten kommen.

Kurz zuvor hatte Präsident Ghani verkündet, dass ein vereinbarter Gefangenenaustausch mit den Taliban vor dem Abschluss stehe. Die Regierung werde in Kürze die restlichen der vereinbarten 5000 Taliban-Kämpfer aus der Haft entlassen, sagte Ghani.

Er erwarte den Beginn direkter Verhandlungen mit den Taliban in einer Woche, sagte Ghani weiter. Die Taliban rief der Präsident auf, im Zuge der Gespräche einem "dauerhaften und vollständigen Waffenstillstand" zuzustimmen. "Jetzt sind die Taliban und die internationale Gemeinschaft am Zug", betonte Ghani.

"Ich begrüße die Ankündigung eines Waffenstillstands", schrieb der ranghöchste US-Diplomat in Kabul, Ross Wilson, auf Twitter. Die Afghanen verdienten es, den Feiertag Eid al-Adha "in Frieden zu feiern". Er freue sich darauf, dass beide Seiten "ihren Verpflichtungen nachkommen und rasch zu innerafghanischen Verhandlungen übergehen", fügte Wilson hinzu.

Bereits Ende Mai hatten die Taliban eine dreitägige Feuerpause anlässlich des Endes des Fastenmonats Ramadan verkündet. Unmittelbar danach hatten die Aufständischen jedoch wieder mit tödlichen Anschlägen auf Stellungen der afghanischen Streitkräfte begonnen.

Der Gefangenenaustausch ist Teil des Abkommens von Doha, auf das sich die USA und die Taliban im Februar verständigt hatten. Vorgesehen ist die Freilassung von 5000 Taliban-Gefangenen sowie tausend verschleppten afghanischen Soldaten. Vergangene Woche hatten die Taliban unter der Bedingung, dass der Gefangenenaustausch abgeschlossen wird, ihre Bereitschaft zu innerafganischen Gesprächen nach Eid al-Adha erklärt.

Ziel des Abkommens von Doha ist die Regelung des US-Truppenabzugs in Afghanistan nach fast zwei Jahrzehnten Krieg. Im Gegenzug sollen die Taliban die Gewalt in Afghanistan reduzieren und Garantien dafür geben, dass sie das Terrornetzwerk Al-Kaida und die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekämpfen.