Tannennadeln in der Lunge und ein amputierter Finger: So gefährlich kann Weihnachten sein

Style International Redaktion
·Lesedauer: 5 Min.

„Die schönste Zeit des Jahres“ kann ihre ganz eigenen Gefahren mit sich bringen, warnen Wissenschaftler.

Weihnachten ist für viele eine Zeit voller Magie. Für andere hingegen hat sich die „schönste Zeit des Jahres“ in der Vergangenheit als gefährlich entpuppt. (Stock, Getty Images)
Weihnachten ist für viele eine Zeit voller Magie. Für andere hingegen hat sich die „schönste Zeit des Jahres“ in der Vergangenheit als gefährlich entpuppt. (Stock, Getty Images)

Das Versenden von Karten an die Liebsten ist eine Tradition, mit der wir Weihnachtsstimmung verbreiten. Allerdings verlor eine Frau 1999 einen Finger, als sie ihre Weihnachtsgrüße durch die gefederte Klappe eines Briefkastens warf.

Die Weihnachtszeit steckt dazu voller Erstickungsgefahren für Kleinkinder, wie Konfettisternchen und Weihnachtsschmuck.

So gefährlich sind Weihnachtsbäume

Weihnachtsbäume erwecken vielleicht den Eindruck, dass sie dein Zuhause im Dezember auf harmlose Weise erleuchten. Allerdings können die Tannennadeln bei einigen auch allergische Hautausschläge zur Folge haben.

Es gibt auch Berichte davon, dass die Nadeln der Bäume verschluckt wurden und dabei die Lunge durchbohrten.

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In der Weihnachtsausgabe von „BMJ – Eine Mischung aus skurrilen Kommentar-Beiträgen, witzigen Features und begutachteten originellen Studien“ kamen Wissenschaftler der Universitäten von Oxford und Birmingham zu dem Schluss, dass die feierfreudigen Menschen „auf sich aufpassen, ruhig bleiben und ein schönes Weihnachten genießen“ sollen.

Hängende Weihnachtsbeleuchtung hat schon für einige üble Stürze gesorgt. (Archiv, Getty Images)
Hängende Weihnachtsbeleuchtung hat schon für einige üble Stürze gesorgt. (Archiv, Getty Images)

Die „Weihnachtsgefahren“ reichen zurück bis ins Jahr 1876, als ein Mann eine Arsenvergiftung erlitt, nachdem er Weihnachtskarten mit „überwiegend hellgrüner Farbe“ bemalt hatte.

In modernen Zeiten sind schon einige Menschen bei dem Versuch, ihre Häuser mit Lichtern zu schmücken, von Leitern gestürzt. Leitern kippen leicht, wenn man „schon ein wenig angeheitert“ ist, warnen die Wissenschaftler.

Lichter, Baumschmuck und Konfetti haben es alle schon in die Atemwege von Kleinkindern geschafft und in manchen Fällen musste sogar operiert werden.

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Wer echte Tannenbäume aufstellt, hat vielleicht auch schon einmal einen juckenden Ausschlag entwickelt, der auch als Kontaktekzem bekannt ist.

Die Nadeln können bei Verschlucken sogar die Atemwege durchbohren, was zu Atembeschwerden führen kann. Wenn man einen Tannenzweig ins Gesicht bekommt, kann man sich außerdem auch schon einmal eine Hornhautabschürfung zuziehen – einen Kratzer auf der durchsichtigen Oberfläche des Auges.

Auch Weihnachtsgeschenke bergen Gefahren

Auch Weihnachtsgeschenke, insbesondere die mit Fell, können „unerwartete Gefahren“ darstellen.

Ein Hamster unterm Weihnachtsbaum löste 1975 einen Ausbruch des lymphozytären Choriomeningitis-Virus in New York aus, an dem 57 Menschen erkrankten.

Bei einem schweren Krankheitsverlauf kann diese durch Nager übertragene Infektion eine Entzündung des Gehirns oder Rückenmarks zur Folge haben. Allerdings ist sie in der Regel nicht schwer und weniger als 1 % sterben daran.

Es gibt außerdem Berichte von Menschen, die mit Bongo-Trommeln aus Haiti beschenkt wurden. In einigen Fällen konnten auf den Trommelfellen aus Ziegenhaut Bakterien gefunden werden, die Anthrax verursachen können. Das Einatmen von Anthrax-Sporen kann oft tödlich sein, selbst wenn man sich in ärztliche Behandlung begibt.

Zum Glück ist das Risiko, sich „Syphilis von Spielzeugen“ wie Trompeten zu holen, zurückgegangen, seitdem das BMJ 1879 auf das Problem hinwies.

Schlemmen an Weihnachten? Sei vorsichtig!

Weihnachten ist oft ein Fest des Schlemmens.

1946 hatte die britische Süßigkeit Christmas Pudding angeblich mehr als 58.000 Kalorien – das ist mehr als das zwanzigfache des täglich empfohlenen Bedarfs. Und das, obwohl Lebensmittel nach dem Krieg streng rationiert waren. Damals kommentierte das BJM: „Der Geist fühlt sich nach so einer Mahlzeit bereichert und entspannt“.

Eine Studie von 1986 mit sechs freiwilligen Probanden ergab, dass das Herzzeitvolumen – das ist die Menge Blut, die pro Minute vom Herzen in den Körper gepumpt wird – nach einem „normalen Festessen wie Geflügel, Hackfleisch-Pastete und einem Glas Wein“ vorübergehend ansteigt.

Experten warnen weiterhin vor übermäßiger Völlerei an den Feiertagen und geben an, dass schweres Übergewicht in Verbindung mit Herzerkrankungen, Depressionen und sogar bestimmten Krebserkrankungen steht.

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Ein weiterer Grund zur Sorge, können Lebensmittelvergiftungen sein. „In Folie gewickelte Schokoladenkugeln” haben in den frühen 70er Jahren in den USA und Kanada zum Beispiel einen Salmonellen-Ausbruch ausgelöst.

Und das ist nicht alles: 97 Menschen infizierten sich 2012 in Warschau mit dem Norovirus, nachdem sie einen Salat bei der Weihnachtsfeier des Nationalen Instituts für öffentliche Gesundheit und Hygiene gegessen hatten.

Kennst du das “Festtags-Herz-Syndrom”?

Übermäßiger Alkoholkonsum steht in Verbindung mit einigen gesundheitlichen Problemen, wie zum Beispiel Vorhofflimmern. Vorhofflimmern ist auch als „Festtags-Herz-Syndrom“ bekannt. Es bezeichnet einen unregelmäßigen und oftmals anormal schnellen Puls, der das Schlaganfallrisiko erhöht.

Eine Studie ergab, dass mehr als einer von fünf (22 %) Fällen im Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr auftritt.

In wärmeren Teilen der Welt nutzen viele die Sonne an Weihnachten, um draußen aktiv zu werden. 1900 hatte Major Manifold vom Indischen Medizinischen Dienst bei der Tigerjagd am 25. Dezember einen „sehr schweren Unfall“.

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In Australien hingegen gibt es um Weihnachten einen Anstieg von Unfällen mit Jet-Skis.

Die Wissenschaftler aus Oxford und Birmingham betonten, dass ihr Bericht weitgehend auf Anekdoten basiert. Es gibt also „keine stichfesten Beweise für weitverbreitete negative Auswirkungen.“

„Wir überlassen es also Ihnen, zu entscheiden, ob die Freude an Weihnachten die Gefahren überwiegt“, schrieben sie. Die Forscher schlossen: „Passen Sie auf sich auf, bleiben Sie ruhig und genießen sie ein frohes Weihnachtsfest!“

Alexandra Thompson

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