Tansanias Präsident: Gebete haben Corona-Pandemie eingedämmt

Tansanias Präsident John Magufuli

In Tansania hat Staatschef John Magufuli verkündet, dass dank der Gebete der Bevölkerung die Corona-Pandemie großteils eingedämmt worden sei. "Es ist offensichtlich, dass Gott auf unsere Gebete gehört hat", sagte Magufuli am Sonntag in einer Fernsehansprache, die aus einer Kirche seiner Heimatstadt Chato übertragen wurde.

Der Katholik Magufuli forderte die Bevölkerung des ostafrikanischen Landes auf, über drei Tage hinweg Gott in Gebeten zu danken. Diese Gebetszeremonien sollen nach seinen Angaben voraussichtlich am Freitag beginnen.

Dem Staatschef wird von Kritikern mangelnde Transparenz im Umgang mit der Pandemie vorgeworfen. Auch in seiner Ansprache am Sonntag nannte er keine Zahlen zur Gesamtenwicklung der Pandemie im Land.

Magufuli führte lediglich einzelne Beispiele für den Rückgang von Kranken- und Totenzahlen an. So sei in einem Krankenhaus der Wirtschaftsmetropole Daressalam die Zahl der Patienten mit dem Coronavirus von 198 auf zwölf gesunken. In der Stadt Lulanzi sei die Zahl der Coronavirus-Patienten von 50 auf 22 zurückgegangen.

Die jüngsten Zahlen der tansanischen Regierung zur Corona-Lage im gesamten Land stammen vom 29. April. Damals waren 480 Infektions- und 16 Todesfälle bekanntgegeben worden. Nur der halbautonome Sansibar-Archipel hat seither Übersichtsdaten zu der Pandemie veröffentlicht.

Magufuli hatte im April seinen Gesundheitsminister dafür kritisiert, dass dieser mit der regelmäßigen Veröffentlichung von Corona-Zahlen Panik in der Bevölkerung schüre. In seiner Ansprache am Sonntag erzählte der Staatschef, dass eines seiner Kinder sich mit dem Coronavirus infiziert habe und mit der Inhalation von Zitronen- und Ingwer-Dämpfen geheilt worden sei.

Die US-Botschaft hatte hingegen kürzlich vor einem hohen Infektionsrisiko in Daressalam gewarnt. Es gebe Hinweise darauf, dass sich das Coronavirus in Daressalam und anderen Orten "exponentiell" ausbreite. Die Regierung hat zwar wegen der Pandemie die Schulen geschlossen. Geschäfte blieben jedoch offen, auch der Verkehr lief normal weiter.