Tatort: Viel Lärm um nichts

Tatort: Viel Lärm um nichts. Screenshot: ARD

Die Dortmunder Tatort-Folge “Sturm” wurde bereits vor Sendung heftig diskutiert. Der “Terror-Tatort” wurde nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz um mehr als vier Monate verschoben. Jetzt wurde er trotz des Bombenanschlags auf den Mannschaftsbus des BVB ausgestrahlt. Doch die Aufregung war völlig umsonst, denn mit dem Terror da draußen hatte der Fernsehkrimi so gar nichts zu tun.

Schon in den ersten Minuten geht es rund: Doppelmord in Dortmund. Als wären zwei hingerichtete Polizisten in ihrem Streifenwagen nicht genug, fällt dem Ermittlerteam angeführt von Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann), Bönisch (Anna Schudt), Dalay (Aylin Tezel) und Kossik (Stefan Konarske) ein verdächtiger Bankangestellter in einer nahegelegenen Privatbank auf.

Die skandalösesten Momente beim “Tatort”

Faber versucht, den Mann anzusprechen, der hier selbstvergessen an irgendwelchen Computern arbeitet. Als er die Tür nicht öffnet schlägt Faber die Tür ein und erkennt: Der Bankangestellte trägt einen Sprengstoffgürtel. Und hier geht es schon los mit dem freidrehenden Unsinn.

Der Computerfreund stellt sich als Konvertit Muhamad Hövermann (Felix Vörtler) heraus, der droht sich in die Luft zu sprengen, wenn er seine Überweisungen nicht tätigen kann. Der Kommissar sitzt daneben und versucht Hövermann zum Aufgeben zu bringen. Derweil rauscht sein Team in Echtzeit durch die Stadt.

Nora sucht den Sohn (Christian Ehrich) aus erster Ehe, Kossik (Stefan Konarske), der sich nach dieser Folge aus dem Team verabschiedet, fährt zur syrischen Ehefrau. Den obligatorischen Besuch in der Moschee gibt es auch noch, natürlich ist der Imam ein guter Mensch, und versteht nicht wieso einige seiner Gemeindemitglieder sich dem Dschihad zuwenden.

Vörtler, der eher an einen deplatzierten Krabbenfischer, denn einen Islamisten erinnert, droht zwischendrin immer mal wieder mit der Detonation, wenn sonst nichts passiert.

Die besten “Tatort”-Ermittler aller Zeiten

Doch der Terror-Plot nur ein großes Ablenkungsmanöver. Eigentlich geht es wie meist im deutschen Fernsehen um eine tragische Familiengeschichte und viel Geld. Der Sprengstoffgürtel ist falsch und sollte Hövermann nur Zeit verschaffen um illegale Transaktionen in Millionenhöhe auf Konten in aller Welt zu tätigen. Man fragt sich ob das nicht das wirklich Pietätlose an diesem Tatort ist: Den Terror als abgeschmackte Finte, als Staffage zu missbrauchen.

Zum Schluss raucht es trotzdem über Dortmund und der Zuschauer bleibt gelangweilt bis irritiert zurück.

Foto: Screenshot ARD

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