Tatsächlicher Verbrauch: Mazda 3 Skyactiv-X im Test

feedback@motor1.com (Stefan Leichsenring)
Mazda 3 (2020) im Verbrauchstest

Wie viel verbraucht der neue Diesotto-Motor in der Praxis?

Ein Ottomotor mit den Vorteilen des Diesels, das heißt, ein Motor mit hohem Drehmoment und geringem Spritverbrauch, aber mit viel Leistung und wenig Emissionen: Das war das Ziel der Ingenieure von Mazda, als sie den neuen Skyactiv-X-Motor entwickelten. In dieser Ausgabe unseres wöchentlichen Verbrauchstests haben wir uns diesem "Diesotto" im Mazda 3 gewidmet.

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Der japanische Kompaktwagen hat einen Zweiliter-Vierzylinder mit Mildhybrid-System und 180 PS. Er fährt sich wie ein Auto mit normalem Saugbenziner. Wirklich sportlich wirkt er nicht. Auf unserer 360 km langen Standardstrecke von Rom nach Forlì brauchte der Mazda 3 Skyactiv-X mit Frontantrieb und Sechsgang-Schaltgetriebe 4,90 Liter/100 km. Für diese Leistung und diese Klasse ist das gut. Die Spritkosten betragen 6,86 Euro/100 km.

Mazda3 Skyactiv-X

Der Skyactiv-X kombiniert ein hohes Verdichtungsverhältnis, ein mageres Kraftstoff-Luft-Gemisch und eine Kombination aus der Zündung per Zündkerze und der Zündung durch Kompression (SPark Controlled Compression Ignition, SPCCI).

In unserem Verbrauchsranking ordnen wir ihn bei den Benzinern ein, schließlich wird Benzin getankt. Hier landet er im mittleren Bereich. Er schneidet schlechter ab als die schwächeren Modelle VW Golf 1.0 TSI mit 110 PS (4,00 Liter) und Opel Astra 1.0 mit 105 PS (4,05 Liter). Sparsamer als unser Mazda 3 Skyactiv-X ist auch der Mazda 3 Skyactiv-G mit 122 PS und Mildhybrid-System (4,30 Liter), der Honda Civic 1.5 Turbo VTEC (4,45 Liter) und der Mercedes A 200 (4,70 Liter).

Hinter unserem Testkandidaten landen der allradgetriebene Subaru Levorg 2.0i (5,25 Liter) und der Ford Focus Active 1.0 Ecoboost mit 125 PS (ebenfalls 5,25 Liter) und der Fiat Tipo Fünftürer 1.4 mit 95 PS (5,80 Liter).

Mazda3 Skyactiv-X

Es sei noch vermerkt, dass der unterschiedliche Verbrauch der beiden Mazda 3 zum Teil auch durch äußere Faktoren bedingt ist. Denn der Skyactiv-X wurde im Winter getestet, der Skyactiv-G im Sommer. So wichen die Außentemperaturen voneinander ab, der Skyactiv-X hatte Winterreifen drauf und war fast 50 Kilo schwerer.

Interessanterweise war der Mazda 3 Skyactiv-X aber auch bei fast allen anderen unserer Verbrauchsfahrten weniger sparsam als der Skyactiv-G. Im Verkehr in Rom brauchte er 8,5 Liter/ 100 km, auf der (italienischen) Autobahn lag er bei 6,6 Liter.

Für einen Kompaktwagen ist das nicht schlecht. Im täglichen gemischten Verkehr inner- und außerorts sinkt der Verbrauch auf 6,2 Liter. Unsere Spritspar-Fahrt bei konstanter Geschwindigkeit erbrachte beachtliche 4,2 Liter. Eine gute Leistung lieferte der Mazda auch beim Test des Maximalverbrauchs ab, den wir bergauf mit hohem Tempo ermitteln: 21,5 Liter/100 km ist ein sehr guter Wert für einen Saugbenziner.

Mazda3 Skyactiv-X

Daten

Fahrzeug: Mazda 3 Skyactiv-X 2.0 M Hybrid
Testdatum: 3. Januar 2020
Wetter: heiter, 15 Grad
Insgesamt gefahren: 968 km
Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Strecke Rom-Forlì: 81 km/h
Reifen: Falken Eurowinter HS01 - 215/45 R18

Verbrauch und Kosten

Bordcomputer-Anzeige: 4,8 Liter/100 km
An der Zapfsäule ermittelter Verbrauch: 5,0 Liter/100 km
Mittel aus diesen Zahlen: 4,90 Liter/100 km
Kraftstoffpreis: 1,40 Euro/Liter (Super E10)
Kraftstoffkosten: 6,86 Euro/100 km

Und so ermitteln wir den Verbrauch

Wenn Sie einen Freund nach dem Verbrauch seines Autos fragen, nennt er Ihnen wahrscheinlich einen Wert, der keinen Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erhebt. Vielleicht hat er den Wert vom Bordcomputer abgelesen, oder er hat seine Tankrechnungen aufbewahrt und sich daraus einen Verbrauch errechnet. Ähnlich ermitteln wir unseren Testverbrauch: Er ergibt sich als Mittel aus Bordcomputer-Wert und dem an der Tankstelle ermittelten Verbrauch. Die Testautos werden stets von Fabio Gemelli von Motor1.com Italien gefahren. Der Journalist fährt häufig fürs Wochenende von der Redaktion in Rom in seine Heimat Forlì (in der Emilia-Romagna). Dabei bewegt er die Autos bewusst sparsam: Er bleibt knapp unter der Höchstgeschwindigkeit (auf der italienischen Autobahn: 130 km/h), vermeidet abruptes Beschleunigen und Bremsen und fährt vorausschauend. Die Teststrecke Rom-Forlì ist etwa 360 Kilometer lang und umfasst 65 Prozent Superstrada (autobahnähnliche Schnellstraße, Tempolimit zwischen 90 und 110 km/h), 25 Prozent Autostrada (Autobahn, Tempolimit 130 km/h), fünf Prozent Strada Statale (Bundesstraße, Tempolimit 90 km/h) und fünf Prozent Stadtverkehr. Dabei wird der Apennin überquert, die Strecke enthält also durchaus auch Steigungen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Regel bei 70 bis 80 km/h. Am Ende der Strecke notiert unser Tester die Bordcomputer-Anzeige und berechnet (bei Autos mit Verbrennungsmotor) den Verbrauch an der Zapfsäule. Dabei wird "von voll bis voll" gemessen, wobei voll bedeutet: Das Tanken wird beim ersten Klick der Zapfpistole beendet. Dann berechnet Fabio den Mittelwert. Die Kosten berechnen wir jedoch anhand der deutschen Preise (Durchschnittskosten laut ADAC zum Zeitpunkt der Veröffentlichung). Bei Elektroautos verwenden wir den Bordcomputer-Verbrauch und einen durchschnittlichen Strompreis von 30 Cent pro kWh, der im vom Bundeswirtschaftsministerium angegebenen Bereich liegt. Bei Erdgas- und Autogas-Fahrzeugen wird der Durchschnittspreis von www.gas-tankstellen.de in Anschlag gebracht.