Tausende demonstrieren in Berlin friedlich für solidarische Gesellschaft

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Demo in Berlin (AFP/Adam BERRY)

Mehrere tausend Menschen haben in Berlin am Samstag friedlich für eine solidarische und gerechte Gesellschaft demonstriert. Zu der Veranstaltung hatte das Aktionsbündnis Unteilbar aufgerufen.

Daran sind nach Angaben der Veranstalter mehr als 350 Organisationen vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) über die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bis zur Klimabewegung Fridays for Future und dem Berliner Mieterverein beteiligt. Die Veranstalter sprachen von 30.000 Teilnehmenden, die Polizei von einer "oberen vierstelligen Zahl".

Die Demonstrantinnen und Demonstranten wollten wenige Wochen vor der Bundestagswahl ein Zeichen setzen bei verschiedenen Herausforderungen wie Klimawandel, Rassismus oder soziale Ungerechtigkeit, den Arbeitsbedingungen im Gesundheitsbereich sowie Gewalt gegen Minderheiten. All diese Themen gefährden nach Auffassung des Aktionsbündnisses den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunft der Menschen.

Positive Resonanz der Polizei

Die Polizei äußerte sich positiv zum Verlauf der Veranstaltung. Organisiert wurde die Demonstration im Stadtzentrum in mehreren Blöcken, um Abstands- und Hygieneregeln einhalten zu können. "Wir haben alle 15 Blöcke an uns vorbeilaufen lassen", sagte eine Sprecherin der Polizei, überwiegend seien die Hygieneregeln eingehalten und Masken getragen worden.

Der Demonstrationszug hatte sich am Samstagnachmittag nach einem Auftaktprogramm nach und nach in Bewegung gesetzt. "Ohne relevante Vorkommnisse" erreichten die Teilnehmenden laut Polizei schließlich den Endplatz der Veranstaltung. Am Alexanderplatz im Bezirk Mitte gab es eine mehrstündige Abschlussaktion.

Die Organisatoren sprachen von rund 30.000 Teilnehmenden. "Wir wollen andere politische Prioritäten und lassen uns nicht gegeneinander ausspielen", sagte Unteilbar-Aktivistin Anna Spangenberg. Die politisch Verantwortlichen müssten "die Klimakrise endlich konsequent und sozial gerecht in Angriff nehmen" und Rassismus sowie Menschenfeindlichkeit ernsthaft bekämpfen. Nötig sei eine Demokratie, "die wirkliche Teilhabe aller garantiert und die von allen mitgestaltet werden kann".

Organisatoren riefen zu Masken und Sicherheitsabstand auf

Unteilbar-Aktivistin Helen Deffner sagte, die Menschen müssten "verstehen und sehen, wie unteilbar die Zivilgesellschaft tatsächlich ist". Klimagerechtigkeit könne nicht ohne Antirassismus gedacht werden und zur Corona-Pandemie gehörten die Themen faire Löhne und Arbeitsbedingungen.

Die Organisatoren hatten alle Teilnehmenden aufgerufen, möglichst mit dem Fahrrad anzureisen sowie auf Abstand und Maskentragen zu achten. Fahrrad und Picknickdecken könnten als Abstandshalter genutzt werden, hieß es. Reden hielten unter anderem die Klimaaktivistin Carla Reemtsma, DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel sowie Betroffene des rassistischen Anschlags von Hanau.

"Ich bin heute hier, weil ich schon seit Jahren für mehr Personal im Krankenhaus kämpfe und für gerechte Löhne", sagte die Demonstrantin Dana. "Und ich weiß, dass es nur gemeinsam und solidarisch geht." Teilnehmer Florian betonte, er wolle vor der Bundestagswahl "ein Zeichen setzen gegen rechte Parteien" und "für Menschenrechte".

 hcy/ran

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