Tausende demonstrieren in Frankreich gegen Sozialabbau in Pandemie

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"Misere der Kultur" steht auf einem Banner in Paris

Tausende Menschen haben in Frankreich gegen Sozialabbau und die Schließung von Kultureinrichtungen in der Corona-Pandemie demonstriert. Die größten Kundgebungen gab es am Donnerstag in Paris, Marseille, Lyon und Nantes. Die Polizei sprach von jeweils mehreren tausend Teilnehmern, nach Angaben der Gewerkschaften gingen dagegen allein in Paris 20.000 Menschen auf die Straße. Landesweit waren 165 Aktionen angekündigt.

Der Generalsekretär des einflussreichen Gewerkschaftsbundes Confédération générale du travail (CGT), Philippe Martinez, forderte von der Regierung einen "sozialen Frühling". Die Corona-Maßnahmen dürften nicht zu einem breiten Abbau von Arbeitsplätzen und sozialen Einsparungen führen, sagte er der Zeitung "L'Humanité".

An den Kundgebungen beteiligten sich Lehrer und Studierende, Pflegekräfte, Künstler und andere Berufsgruppen. Die Gewerkschaftsgruppe Solidaires nannte die Proteste "die Spitze des Eisbergs der gesellschaftlichen Wut".

In Frankreich sind seit Ende Oktober Gastronomiebetriebe sowie Kultur- und Sporteinrichtungen geschlossen, die meisten Geschäfte sind dagegen seit Dezember wieder geöffnet. Landesweit gilt eine Ausgangssperre ab 18.00 Uhr. Wegen der hohen Infektionszahlen, der Ausbreitung der zuerst in Großbritannien entdeckten Corona-Variante und des steigenden Drucks auf die Krankenhäuser schließt die Regierung einen dritten Lockdown nicht aus.

lob/isd