Tausende demonstrieren in Malis Hauptstadt Bamako zur Unterstützung des Militärs

Ausländische Soldaten patrouillieren auf einem Markt im Zentrum Malis

In Malis Hauptstadt Bamako sind mehrere tausend Demonstranten zur Unterstützung der Armee in ihrem Kampf gegen islamistische Gruppen auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Organisatoren vom Samstag nahmen an der Kundgebung am Vortag rund 15.000 Menschen teil. Die Polizei sprach von "einigen tausend" Teilnehmern. Die Demonstranten forderten vor allem eine bessere Ausrüstung der Armee.

Oppositionsführer Soumaïla Cissé warf der Regierung vor, die Armee "betrogen" zu haben. Die Soldaten seien "schlecht ausgerüstet", sagte Cissé. Der frühere Regierungschef Mohammed Aly Bathily, der inzwischen zur Opposition gehört, forderte zum Kampf gegen die Korruption in der Armee auf.

Präsident Ibrahim Boubacar hatte die Bevölkerung Anfang November zur Unterstützung der Armee aufgerufen, nachdem bei einem islamistischen Anschlag etwa 50 Soldaten getötet worden waren.

Nach Angaben der Regierung vom Freitag wurden nach einem Überfall auf die Ortschaft Peh in der Region Mopti im Zentrum des Landes 20 Leichen entdeckt. Demnach wurde bereits am Mittwoch ein Truppenkontingent nach Peh entsandt, nachdem es Berichte über einen Überfall von "Unbekannten in Jagdkleidung" in der Region gab.

Der Sahel-Staat Mali kommt seit Jahren nicht zur Ruhe. Islamistische Gruppen hatten 2012 die Kontrolle über den Norden des Landes übernommen. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff 2013 militärisch ein und drängte die Islamisten zurück. Dennoch gibt es immer wieder islamistische Angriffe, auch vermehrt im Zentrum des Landes. Mittlerweile sind auch Malis Nachbarstaaten Niger und Burkina Faso betroffen.

Der "Spiegel" berichtet in seiner jüngsten Ausgabe, die Bundeswehr bereite sich auf Wunsch Frankreichs auf eine neue Ausbildungsmission in Mali vor. Dabei sollten die Bundeswehr-Soldaten die von ihnen ausgebildeten malischen Einheiten auch bei militärischen Einsätzen begleiten.