Tausende Griechen protestieren gegen geplante Arbeitmarktreform

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Demonstranten in Athen

Tausende Griechen sind gegen eine geplante Arbeitsmarktreform auf die Straße gegangen. Allein in der Hauptstadt Athen demonstrierten am Donnerstag nach Polizeiangaben mehr als 16.000 Menschen, in Thessaloniki beteiligten sich rund 10.000 Menschen an einem Protestmarsch. Weitere Demonstrationen gab es in mehreren anderen Städten. Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrs, der Bahnen und Fähren traten in einen 24-stündigen Streik.

Die Reform sieht unter anderem flexiblere Arbeitszeiten vor. Zudem werden in dem Gesetz Regeln für die Arbeit von zu Hause aus festgelegt, die Regelungen für Elternzeit werden verbessert, und es gibt Vorschriften zur Verhinderung von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz.

Nach den Worten von Arbeitsminister Kostis Hatzidakis ermöglichen es die geplanten Gesetzesänderungen Angestellten, mit ihrem Chef die Option auszuhandeln, einen Teil des Jahres freiwillig bis zu zehn Stunden pro Tag zu arbeiten, um dann anschließend mehr Urlaub zu nehmen. Gegner kritisierten dies als "moderne Sklaverei". "Hände weg vom Acht-Stunden-Tag" und "Sklaverei ist kein Fortschritt" war auf Transparenten bei der Demonstration in Athen zu lesen.

Gewerkschaften und Oppositionsparteien fürchten, dass mit dem Gesetz Überstunden zur Regel werden könnten und Tarifverhandlungen durch diese Form individualisierter Abmachungen erschwert werden.

Das Parlament stimmt in der kommenden Woche über die Arbeitsmarktreform ab.

gt/dja

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