Tausende protestieren erneut gegen Militärputsch im Sudan

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Proteste in Khartum (AFP/-)

Im Sudan sind erneut tausende Menschen gegen den Militärputsch vergangenen Monat auf die Straße gegangen. In der an die Hauptstadt Khartum angrenzenden Stadt Omdurman setzten Sicherheitskräfte am Donnerstag laut Augenzeugen Tränengas gegen die Demonstranten ein. In Khartum riefen die Protestierenden "Nein zur Militärmacht" und forderten einen echten Wandel im Land.

Ihr Unmut richtet sich auch gegen den am Sonntag nach dem Militärputsch wieder eingesetzten Regierungschef Abdullah Hamdok. Die Demonstranten halten Hamdok für vom Militär abhängig und werfen ihm "Verrat" vor. Auch in Darfur, Nordkordofan und Wad Madani südlich von Khartum kam es laut AFP-Korrespondenten zu Protesten.

Aktivisten hatten für Donnerstag im Internet zu einem "Tag der Märtyrer" aufgerufen, im Gedenken an die seit dem Putsch getöteten Demonstranten. Seit dem Umsturz sind laut Medizinern bislang 42 Menschen getötet und hunderte verletzt worden.

Der oberste General Abdel Fattah al-Burhan hatte Ende Oktober den Ausnahmezustand verhängt und die Regierung abgesetzt, die den Übergang zu demokratischen Wahlen hatte leiten sollen. Nach Massendemonstrationen und internationalem Protest setzte al-Burhan Hamdok nach vier Wochen wieder ein. Wieviel Macht der Regierungschef seit seiner Wiedereinsetzung tatsächlich besitzt, ist jedoch unklar.

noe/gap

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