Tausende Reservisten unterstützen Feuerwehr in Australien

1 / 2
Reservisten unterstützen Feuerwehr in Australien

Im Kampf gegen die verheerenden Buschbrände in Australien sind nun auch tausende Reservisten im Einsatz. Sie wurden am Montag in drei Bundesstaaten im Osten des Landes geschickt, wo die Feuer besonders heftig lodern. Die Regierung setzte erstmals in der Geschichte das eigentlich nur für Auslandseinsätze vorgesehene Notfall-Spezialteam des Landes auch im Inland ein, zudem versprach sie ein gut eine Milliarde Euro schweres Wiederaufbauprogramm.

Die 3000 Reservisten der Armee waren am Wochenende einberufen worden, es ist die größte Zwangseinberufung in der Geschichte des Landes. Sie sollen vor allem helfen, die Stromversorgung wiederherzustellen und die Menschen in den Katastrophengebieten mit Lebensmitteln, Wasser und Treibstoff zu versorgen. Inzwischen sind landesweit rund acht Millionen Hektar Land den Bränden zum Opfer gefallen, das entspricht nahezu der Fläche der Insel Irland. In den Flammen starben 24 Menschen.

Zum Auftakt des Einsatzes der Reservisten kühlten die Temperaturen am Montag etwas ab. Die Feuerwehr nutze die wahrscheinlich nur kurze Hitzepause, um vor allem gegen mehrere Brände vorzugehen, die noch immer völlig außer Kontrolle waren. In wenigen Tagen wird allerdings wieder ein Anstieg des Thermometers erwartet und mit ihm der Ausbruch neuer Brände befürchtet. Die Behörden warnten am Montag vor zu früher Freude: "Wir dürfen in unserem Kampf nicht nachlassen", sagte die Regierungschefin des Bundesstaates New South Wales, Gladys Berejiklian.

Die wegen ihres Umgangs mit der Krise stark in der Kritik stehende Zentralregierung kündigte derweil ein Hilfspaket von umgerechnet rund 1,25 Milliarden Euro für den Wiederaufbau der von den Bränden betroffenen Gebiete an. "Es liegt ein langer Weg vor uns und wir werden diese Gemeinden bei jedem Schritt unterstützen", erklärte Premierminister Scott Morrison.

Zugleich schickte die Regierung erstmals in der Geschichte Australiens Nothilfeteam der Regierung auf einen Inlandseinsatz. Das Team, das eigentlich für Soforthilfen bei Naturkatastrophen in anderen Ländern eingesetzt wird, soll nun in den Brandgebieten bei Evakuierungen helfen.