Tausende Südafrikaner fordern Rücktritt von Präsident Zuma

Tausende Südafrikaner haben am Freitag in mehreren Städten des Landes den Rücktritt von Präsident Jacob Zuma gefordert

Tausende Südafrikaner haben am Freitag in mehreren Städten des Landes den Rücktritt von Präsident Jacob Zuma gefordert. Allein in Johannesburg folgten rund 10.000 Anhänger der oppositionellen Demokratischen Allianz (DA) einem Aufruf von Parteichef Mmusi Maimane zu einer Kundgebung gegen den Präsidenten. Zu den Demonstranten gehörten auch mehrere hundert Bewohner der vor allem von Weißen bewohnten wohlhabenden Viertel im Norden der Stadt, was ungewöhnlich ist.

Demonstrationen gab es am Freitag auch in Durban und Kapstadt. In Pretoria organisierte die Kommunistische Partei, ein historischer Verbündeter von Zumas regierendem Afrikanischen Nationalkongress (ANC), einen Protestmarsch zum Präsidentenpalast, an dem sich auch diverse Nichtregierungsorganisationen beteiligten. Die Kundgebungen verliefen zunächst friedlich. In Johannesburg waren aber auch zahlreiche vermummte Mitglieder eines früheren bewaffneten Zweigs des ANC auf der Straße.

Am 18. April steht im Parlament ein Misstrauensvotum gegen Zuma an. Der ANC rief seine Mandatsträger bereits dazu auf, das Misstrauensvotum zurückzuweisen. Die Partei verfügt mit 249 von 400 Mandaten über eine starke Mehrheit in der Volksversammlung.

Der 74-jährige Zuma, der seit 2009 Präsident ist, steht wegen einer ganzen Reihe von Korruptionsskandalen seit langer Zeit in der Kritik. Die Beliebtheit des ANC, der seit dem Ende der Apartheid 1994 ununterbrochen in Südafrika an der Macht ist, hat unter Zuma zuletzt stark gelitten. Bei der Kommunalwahl im August kam die Partei des legendären ersten schwarzen Präsidenten Nelson Mandela nur noch auf 53 Prozent der Stimmen und verlor wichtige Bürgermeisterämter an die Opposition.

Zuma wird unter anderem vorgeworfen, die einflussreiche indischstämmige Industriellenfamilie Gupta begünstigt zu haben. Verstärkt steht der Staatschef in der Kritik, seit er in der vergangenen Woche sein Kabinett radikal umbildete und dabei auch Finanzminister Pravin Gordhan entließ.

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