Tausende von Zivilisten im Bereich des Schifa-Krankenhauses in Gaza

TEL AVIV/GAZA (dpa-AFX) -Im Umkreis des Schifa-Krankenhauses in Gaza, das nach israelischer Darstellung auch als Hamas-Kommandozentrum dient, halten sich nach TV-Berichten weiterhin Tausende Zivilisten auf. Die Menschen verblieben im Bereich der größten Klinik des Gazastreifens, die sie offenbar als Zufluchtsort ansehen, wie Fernsehbilder am Sonntag zeigten, unter anderem von Al-Dschasira und CNN. Diese zeigten unter anderem, wie Menschen um das Krankhaus herum unter Zeltplanen campieren.

Die "New York Times" schrieb am Sonntag, die normale Kapazität des größten und am besten ausgestatteten Krankenhauses im Gazastreifen betrage 700 Betten. Jetzt beherberge es mehr als 60 000 Menschen. Dazu zählten unter anderem Verwundete sowie Angehörige, die sie versorgten. Zehntausende Menschen hätten Zuflucht gesucht, weil sie glaubten, dass ein Krankenhaus ihnen einen gewissen Schutz biete.

Israelische Medien berichteten zuletzt unter Berufung auf Sicherheitskreise, die Hamas habe rund 30 000 Menschen im Umkreis des Schifa-Krankenhauses konzentriert, damit diese als "menschliche Schutzschilde" dienen. Dies solle Israel daran hindern, ihre unterirdische Kommandozentrale anzugreifen.

Die israelische Armee hatte am Samstag Videos veröffentlicht, in denen mutmaßliche Mitglieder der islamistischen Hamas die Nutzung des Krankenhauses für ihre Zwecke bestätigen. Unter dem Schifa-Krankenhaus gebe es "unterirdische Ebenen", sagte ein Terrorist laut einem der Videos in einem Verhör.

Israels Armee hatte zuvor unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mitgeteilt, die Hamas nutze das Schifa-Krankenhaus als Kommando- und Kontrollzentrum. In Videodarstellungen waren tief in der Erde unter der Klinik zahlreiche Kontrollräume und Verbindungstunnel zu sehen. Die Hamas, die von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, bestritt die Nutzung des Krankenhauses für "militärische Zwecke".

Israel ruft die Zivilbevölkerung in der Stadt Gaza und im Norden seit Wochen dazu auf, sich zu ihrer eigenen Sicherheit in den Süden des Küstenstreifens zu begeben. Auch dort kommt es jedoch zu Luftangriffen.