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Tauziehen um Stierkämpfe in Mexiko-Stadt: Verbot erneut aufgehoben

In Mexiko geht das Tauziehen um die Zulassung von Stierkämpfen in der Hauptstadt weiter: Ein Gericht hob ein am Mittwoch ausgesprochenes Verbot am Freitag wieder auf. (Rodrigo Oropeza)
In Mexiko geht das Tauziehen um die Zulassung von Stierkämpfen in der Hauptstadt weiter: Ein Gericht hob ein am Mittwoch ausgesprochenes Verbot am Freitag wieder auf. (Rodrigo Oropeza)

In Mexiko-Stadt geht das Tauziehen um die Zulassung von Stierkämpfen weiter: Nachdem ein Gericht kurz nach Wiederaufnahme nach einem mehr als eineinhalbjährigen Verbot am Mittwoch die umstrittenen Spektakel wieder untersagt hatte, wurde diese Entscheidung am Freitag aufgehoben. Die Unterbrechung wirke sich "negativ auf eine ganze Reihe von Aktivitäten und Rechten" aus, die "zumindest bislang" legal seien, begründete das Gericht seine Entscheidung.

Erst vor gut einer Woche waren Stierkämpfe in Mexiko-Stadt nach einer mehr als eineinhalbjährigen Unterbrechung wieder aufgenommen worden. Mehr als 41.000 Zuschauer verfolgten das Spektakel in der weltweit größten Stierkampfarena Plaza del Toro. Vor dem Stadion protestierten Tierschützer. Der nächste Stierkampf ist für Sonntag geplant.

Eine Richterin hatte am Mittwoch geurteilt, dass bis zu einer Gerichtsanhörung am 7. Februar keine weiteren Stierkämpfe in Mexiko-Stadt ausgetragen werden dürfen. Bei dem Gerichtstermin am kommenden Mittwoch soll es um die Frage gehen, ob Stierkämpfe verboten werden oder nicht.

Im Juni 2022 hatte ein mexikanisches Gericht nach einer Klage von Tierschützern ein Ende der Stierkämpfe angeordnet. Im Dezember 2023 kippte der Oberste Gerichtshof Mexikos diese Entscheidung, ohne jedoch ein grundlegendes Urteil über die Legalität von Stierkämpfen zu fällen.

Die Organisatoren der Stierkämpfe in Mexiko-Stadt begrüßten die Entscheidung vom Freitag und betonten ihr "Engagement" für "die Traditionen und den kulturellen Reichtum", die mit dem Stierkampf verbunden seien.

Stadtratsmitglied Jorge Gaviño, der sich gegen Stierkämpfe einsetzt, erklärte hingegen, der "Kern der Sache" sei nicht geklärt. "Wir werden alle rechtlichen Mittel zur Verteidigung des Tierschutzes ausschöpfen."

In vier der 32 Provinzen Mexikos dürfen Stierkämpfe bereits nicht mehr stattfinden. In Spanien und Portugal, wo der Ursprung des Stierkampfs liegt, wird das Spektakel während der Sommermonate weiter gepflegt. Auch im Süden Frankreichs ist es erlaubt.

Ob es legitim ist, Tiere bei einem qualvollen Showkampf zu töten, wird sowohl in Europa als auch in Lateinamerika diskutiert. In Kolumbien und Ecuador ist der Stierkampf verboten. In Venezuela wurde nur ein Teil der regelmäßigen Stierkämpfe abgeschafft, während in Peru ein Gerichtsverfahren zum Verbot der Kämpfe scheiterte.

ma