Tayfun Bademsoy wurde auf dem Schulhof bespuckt

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Im Talk bei "Maischberger" erzählt Tayfun Bademsoy aus seiner Jugend. Auf dem Schulhof sei der "Tatort"-Darsteller angespuckt und beleidigt worden - nur weil er in der Türkei geboren wurde.

Sandra Maischberger (50) nahm sich in ihrem Talk am Mittwochabend einem besonders umstrittenen Thema an: "Türken in Deutschland - immer noch Bürger 2. Klasse?". Einer der Gäste war der deutsch-türkische Schauspieler Tayfun Bademsoy (58), der vielen aus einigen "Tatort"-Folgen oder dem "Polizeiruf 110" bekannt sein dürfte.

Der Schauspieler und studierte Psychologe meinte: "Die Deutschen begreifen nicht, warum die ehemaligen Gastarbeiter jetzt Erdogan wählen." Er sieht das einzig als Gegenreaktion auf die jahrzehntelange, teils heftige Diskriminierung von Türken in der Bundesrepublik. "Beleidigungen wie Kanake, Kümmeltürke und Kameltreiber waren normal und haben auch die Saat gelegt für die heutige Ablehnung von Deutschland", erzählt Bademsoy.

1969 war der Schauspieler als zehnjähriger mit seinen Eltern eingewandert. Er selbst habe das nicht anders erlebt, sei auf dem Schulhof damals nicht nur diskriminiert, sondern erniedrigt und sogar bespuckt worden. Lehrer griffen oft nicht ein. Trotzdem ist Bademsoy kein Erdogan-Befürworter, er habe nicht für ihn gestimmt. Erdogan leide unter einer Art Realitätsverlust und sei von der Macht derartig korrumpiert, dass er das Gefühl für sein Volk verloren habe.

Foto(s): WDR/Melanie Grande

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