Tennet nutzt Heimspeicher zur Stabilisierung des Stromnetzes

Der Netzbetreiber Tennet will mit Hilfe vieler kleiner Heimspeicher künftig das Stromnetz stabilisieren. Tennet und das Allgäuer Unternehmen Sonnen stellten am Dienstag ein entsprechendes Pilotprojekt vor. Dafür werden die Batteriespeicher von rund 6000 Haushalten vernetzt, die je nach Erfordernis "sekundenschnell" Strom speichern oder abgeben. So sollen Transportengpässe im Stromnetz - etwa bei starkem Wind - verringert werden.

Tennet und die anderen Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland mussten für solche Eingriffe im Stromnetz im vergangenen Jahr rund 800 Millionen Euro bezahlen, wie der Netzbetreiber erklärte. Diese Kosten werden über die Netzentgelte letztlich an die Stromverbraucher weitergereicht.

Die dezentral verteilten Heimspeicher werden in dem Pilotprojekt über die sogenannte Blockchain-Technologie vernetzt, wie Tennet und Sonnen erklärten. Die Blockchain (chain: Englisch für Kette) ist quasi eine immense Datei, die einzelne Transaktionen in Blöcken zusammenfasst, die jeweils mit ihrem Vorgänger-Block verkettet sind. Die Daten sind dezentral gleichzeitig auf vielen Rechnern gespeichert.

Tennet erklärte, die Blockchain ermögliche eine schlanke Abwicklung, die die Anforderungen des Unternehmens an Sicherheit und Datengenauigkeit und zusätzlich an Diskretion erfüllen. Sonnen, nach eigenen Angaben ein Online-Netzwerk zum Teilen von selbst erzeugtem Strom, betonte: Die Zukunft der Energieversorgung werde aus Millionen von kleinen, dezentralen Stromquellen und Verbrauchern bestehen. Die Blockchain sei der Schlüssel, den massenhaften und gleichzeitigen Austausch all dieser Akteure untereinander überhaupt erst möglich zu machen.

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