Tennis-Star Djokovic gibt zwei Vorwürfe zu gebrochenen Corona-Regeln zu

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Novak Djokovic (AFP/William WEST) (William WEST)

Tennis-Star Novak Djokovic hat zwei Vorwürfe im Zusammenhang mit seiner umstrittenen Einreise in Australien zugegeben. Am Mittwoch veröffentlichte er auf der Plattform Instagram eine Erklärung, in der er einräumte, dass sein Einreiseformular falsch ausgefüllt worden sei. Er gab jedoch seinen Mitarbeitern die Schuld dafür. Er gab auch zu, sich trotz eines positiven Corona-Testergebnisses mit einem Journalisten getroffen zu haben.

 Australische Medien hatten zuvor berichtet, dass Djokovic sich in den 14 Tagen vor seinem Abflug aus Spanien auch in Serbien aufgehalten hatte, dies jedoch nicht in dem Formular angegeben wurde. Das Detail ist bedeutsam, da die australische Regierung immer noch das Visum des impfskeptischen Tennisspielers aufheben und ihm somit die Teilnahme an den Australian Open verwehren könnte.

 Grenzbeamte hatten Djokovic zunächst die Einreise verweigert, weil er keinen Corona-Impfnachweis vorlegen konnte und sie seine Ausnahmegenehmigung für eine Einreise ohne Impfnachweis nicht anerkannten. Djokovics Anwälten zufolge war die Ausnahmegenehmigung zur Einreise nach einem positiven Corona-Test des Serben vom 16. Dezember von zwei unabhängigen medizinischen Gremien abgesegnet worden.

Treffen mit Journalisten zugegeben

 In dem Zusammenhang räumte Djokovic nun aber ein, sich am 18. Dezember trotz des positiven Testergebnisses mit Journalisten der französischen Sportzeitung L'Equipe getroffen zu haben. Er habe sich dazu "verpflichtet" gefühlt, da er den Journalisten "nicht enttäuschen wollte", erklärte er. Er habe aber darauf geachtet, dass er Distanz hielt und eine Maske trug, "außer wenn ich fotografiert wurde", fügte er hinzu. "Wenn ich darüber nachdenke, war das eine Fehleinschätzung und ich akzeptiere, dass ich diese Verpflichtung hätte verschieben sollen."

 Berichte über öffentliche Auftritte nach der Infektion in Serbien bezeichnete er hingegen als "Fehlinformationen". Am Tag nach seinem positiven Test erschien Djokovic bei einer Jugend-Tennisveranstaltung und bei einer Zeremonie zur Vorstellung von Briefmarken mit seinem Bild. Bei beiden Veranstaltungen trug er offenbar keine Maske. Djokovic erklärte, er habe das Testergebnis erst nach der Teilnahme an der Kinder-Tennisveranstaltung erhalten. Die Briefmarkenzeremonie erwähnte er nicht.

Reiseerklärung falsch ausgefüllt

 Der Tennis-Profi räumte auch den Fehler in seiner Reiseerklärung für Australien ein. Darin war ein Kästchen angekreuzt, das besagte, dass er in den 14 Tagen vor seinem Flug nach Melbourne nicht in andere Länder gereist war. Tatsächlich zeigen Medienberichte und Bilder auf Internetplattformen, dass er in diesem Zeitraum von Serbien nach Spanien geflogen war.

 Die Erklärung sei von seinem "Betreuerteam in meinem Namen eingereicht" worden. Das habe er den Einwanderungsbehörden bei seiner Ankunft gesagt, erklärte Djokovic. "Mein Agent entschuldigt sich aufrichtig", fügte er hinzu. Es handelte sich um einen "menschlichen Fehler und sicherlich nicht um Absicht".

 Ein Richter hatte Djokovic am Montag die Einreise nach Australien erlaubt und die Annullierung seines Visums aufgehoben. Zur Begründung hieß es, Djokovic sei vor der Annullierung seines Visums nicht genug Zeit gegeben worden, um die Sachlage zu klären.

 Djokovic droht allerdings nach wie vor die Ausweisung aus Australien. Dem Experten für Einwanderungsrecht, Christopher Levingston, zufolge könnte die Regierung Djokovics Visum aus strafrechtlichen Gründen annullieren, zum Beispiel weil die Reiseerklärung nicht korrekt ausgefüllt wurde.

 Der Einwanderungsminister könnte das Visum aber auch aus charakterlichen Gründen annullieren. Wenn Djokovic wissentlich die serbische Isolationsvorschriften für positive Fälle umgangen hat, könnte er als Risiko eingestuft werden, weil er möglicherweise Anordnungen der öffentlichen Gesundheit während seines Aufenthalts in Australien nicht befolgt, erklärte Levingston. Sowohl Djokovic als auch die Regierung hätten verschiedene Möglichkeiten, Einspruch zu erheben, aber letztlich könne der Einwanderungsminister von seiner persönlichen Befugnis Gebrauch machen, das Visum zu annullieren.

 fml

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