Tennis: Die Stunde der Psychologin

Laura Siegemund gewinnt Tennis-Turnier in Stuttgart im 150 Minuten langen Finalkrimi. Dank ihrer ausgezeichneten Nervenstärke.

Stuttgart.  Barbara Rittner hat ein paar Mal die Erde umrundet als Tennis-Globetrotterin, viele Jahre als aktive Spielerin, noch mehr Jahre im Job der Bundestrainerin. Doch am Sonntagnachmittag, beim Finale des Stuttgarter Porsche Grand Prix mit ihrem Schützling Laura Siegemund, war Rittner dann doch noch einmal fassungslose Augenzeugin eines zuvor "nicht erlebten Dramas".

Beim Stand von 5:4 und 15:30 im dritten Satz hatte die portugiesische Schiedsrichterin Mariana Alves Siegemund einen Punktabzug aufgebrummt, weil sie vermeintlich außerhalb des Zeitlimits bis zum nächsten Aufschlag geblieben war. Bei diesen Verwarnungen und Strafen haben Schiedsrichter einen Ermessensspielraum, der normalerweise auch tolerant genutzt wird, vor allem in Entscheidungssätzen.

Heftige Pfeifkonzerte, schrille und laute Buh-Rufe ertönten – doch Siegemund, die nach dem Eklat zwei Spiele zum 5:6 verlor, drehte die Stimmung mit ihrem unwiderstehlichen Schlussspurt um, auch noch einmal im Tiebreak, in dem sie schon 2:4 zurücklag. Es war der große, mitreißende Höhepunkt einer Woche, in der die 29-Jährige mit irritierender Selbstverständlichkeit die Hauptrolle auf der Heimatbühne eingenommen hatte.

107.000 Euro und einen Porsche zum Sieg

Im vergangenen Jahr hatte sie drei Top-Ten-Spielerinnen zum Finaleinzug geschlagen, dann aber das deutsche Überraschungs-Endspiel gegen Angelique Kerber verloren. Nun räumte sie wieder drei Kolleginnen aus dem Eliterevier aus dem Weg, die Weltranglisten-Neunte Swetlana Kuznetsowa, die...

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