Terror in Berlin: Amri soll Weihnachtsmarkt ausgespäht haben

Amri soll sich ein eingehendes Bild von seinem Anschlagsziel gemacht haben.

Noch immer laufen die Ermittlungen zum Terroranschlag in Berlin auf Hochtouren. Nun gibt es offenbar neue Erkenntnisse: Anis Amri soll den Breitscheidplatz ausgespäht haben, bevor er am 19. Dezember 2016 den LKW auf den Weihnachtsmarkt steuerte, zwölf Menschen tötete und unzählige weitere verletzte.

Das berichtet nun "Bild" unter Berufung auf eigene Informationen. Demnach hat sich der Attentäter am Abend vor dem Anschlag mit seinem Kontaktmann Bilal A. in einem Restaurant aufgehalten, von dem aus er einen guten Blick auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gehabt haben soll. Offenbar beobachtete er das Treiben auf dem Breitscheidplatz.

Die Beamten des Bundeskriminalamtes ermitteln indes weiter. Am 3. Januar nahmen sie Amris Kontaktperson Bilal A. in einer Flüchtlingsunterkunft in Spandau fest. Sie gehen davon aus, dass der Mann von den Plänen für den Terroranschlag wusste. Zeitgleich erfolgte an diesem Tag eine Razzia in einer Wohnung in Berlin-Moabit, die sich Amri mit einem weiteren Kontaktmann im Herbst 2016 geteilt haben soll.

Wie die Bundesstaatsanwaltschaft bekannt gab, soll Amri versucht haben, diesen als Mohamed A. bezeichneten Mann am Tattag zwei Mal zu erreichen – mittags und nachmittags. Er gilt ebenfalls als enger Vertrauter des ISIS-Terroristen Amri. Derzeit wird er aus Mangel an Beweisen noch als Zeuge gesucht und auch gegen den festgenommenen Bilal A. hat sich ein möglicher Verdacht bislang nicht verhärtet. Er wird aktuell wegen Leistungsbetrug festgehalten.

Wie "Bild" allerdings erfahren haben will,  soll sich Mohamed A. bereits in Sicherheitshaft befinden. Das Blatt beruft sich auf ein internes BKA-Papier, der Grund für die Verwahrung sei jedoch unklar. Die Bundesstaatsanwaltschaft wollte sich auf "Bild"-Nachfrage dazu nicht äußern, auch die Berliner Staatsanwaltschaft konnte keine Angaben machen.