Terror in London: Staatssekretärin Chebli: "Monster, die sich Muslime nennen"

Auf Facebook wendet sich die Staatssekretärin gegen eine "Pervertierung" der Religion und wirbt für einen zeitgemäßen Islam.

Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli hat nach dem Anschlag in London Muslime dazu aufgerufen, sich klar vom islamistischen Terror abzugrenzen. "Auch wenn wir es satt haben und es wahnsinnig ermüdend ist, uns ständig vom Terror zu distanzieren: Wir müssen es tun", schrieb die Muslima am Donnerstag auf ihrer Facebook-Seite. "Monster, die sich Muslime nennen" pervertierten ihre Religion, indem sie im Namen des Islam mordeten, schrieb die frühere Sprecherin des Außenministeriums über den Anschlag in London.

Zu einer klaren Distanzierung vom Terror gehöre auch ein kritischer Umgang mit Fehlentwicklungen in den muslimischen Gemeinden, so die SPD-Politikerin. "Je offener wir über die Missstände sprechen, desto glaubwürdiger sind wir, wenn wir für unsere Werte eintreten", schrieb Chebli, die Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund ist. Eine der größten Aufgaben für Muslime sei es, ein zeitgemäßes Islamverständnis zu vermitteln. "Wir werden weiter frei und angstfrei leben und nicht zulassen, dass diese Leute, die sich Muslime nennen, ihren Hass auf uns übertragen."

Die nicht muslimische Mehrheit der Gesellschaft bat Chebli, sich "von den Islamhassern und Schwarz-Weiß-Malern keine Islam-Scheuklappen aufsetzen" zu lassen. Ausgrenzung und islamfeindliche Parolen würden den Hasspredigern in die Hände spielen. Kritiker wie der ehemalige SPD-Politiker Erol Özkaraca hatten Chebli eine Nähe zum Islamismus und eine Verherrlichung der Sharia vorgeworfen.

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