Terroranschlag geplant: Zwei Jahre Haft für 16-jährigen Syrer

Der Jugendliche hat einen Terroranschlag in Köln geplant.

Zu zwei Jahren Jugendstrafe  wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat hat das Kölner Landgericht  am Montag einen  16-jährigen Syrer verurteilt.  Kirsten Prömse, Vorsitzende Richterin der 14. Großen Strafkammer, verkündete die Entscheidung unter Ausschluss der Öffentlichkeit, die wegen des geringen Alters des Angeklagten von Anfang an nicht zugelassen war.

Mit dem Urteil folgt die Kammer zu großen Teilen der Staatsanwaltschaft, die zwei Jahre und  drei Monate  Freiheitsstrafe beantrag hatte. Die beiden Verteidiger dagegen hatten auf Freispruch plädiert.

Jugendlicher ließ sich zu Sprengstoffen schulen

Die Richter sehen es als erwiesen an,  dass der Jugendliche, der im September in einer Porzer Flüchtlingsunterkunft festgenommen wurde,  die Gewalttat vorbereitet hat, indem er sich  von anderen Leuten in der Herstellung von Sprengstoffen und Brandvorrichtungen oder im Umgang damit unterweisen ließ.  Nach den Feststellungen der Kammer hat er sich  in einem Internet-Chat  gegenüber einem Gesprächspartner aus Israel, der dem Islamischen Staat  nahesteht, bereiterklärt, eine  „Bombe zu bauen, und  anschließen Einkaufs- und Bauanleitungen erhalten.

Wie die Staatsanwältin wies die Vorsitzende  in der Urteilsbegründung darauf hin, dass sich die Tat noch in einem sehr frühen Stadium befunden habe.  So konnten die nach der Beweisaufnahme die  bei der Familie sichergestellten, potenziell gefährlichen Gegenstände nicht dem Jugendlichen  und seinem Tatplan zugeordnet werden.  Daher sei die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt konkret gefährdet gewesen.

Angeklagter war einsam

Manches an dem Fall   macht ihn nach Auffassung der Kammer wegen begünstigender Umstände  außergewöhnlich. Die Beschäftigung des 16-Jährigen  mir radikal-religiösen Themen fuße  auf einer großen  Einsamkeit des Angeklagten, der durch die Fluch aus Syrien mitgenommen sei.  Seine Isoliertheit  habe auch darin ihren Grund, dass er sich tagsüber und nachts  fast nur mit seinem Mobiltelefon beschäftigt habe – bedingt auch durch die  schwierige Familien- und Unterbringungssituation nach der Flucht in die Bundesrepublik, in der er häufig sich selbst  überlassen war.  In dieser Ausnahmesituation pflegte er  intensive Internet- und Chatkontakte; dabei sie in ihm ein vom Dschihad  geprägtes Weltbild herangereift. Die Kammer hat  bei der  Bewertung der Tat all dies berücksichtigt.

Der 16-Jährige hatte sich im Prozess durchgehend berufen,   er habe die ihm zur Last gelegten Äußerung im Chat nicht ernst gemeint, und dazu unterschiedliche Begründungen geliefert. Sein Anwalt Sebastian Scholz  hatte angeführt, sein Mandant habe sich  „aus Neugierde“ auf die Chats eingelassen. Die Kammer geht  aber davon aus, dass das ,was nach der Auswertung von Chat-Protokollen vorliegt, durchaus ernst gemeint war.

Obwohl wie im Erwachsenenstrafrecht  die Vollstreckung einer Jugendstrafe zur Bewährung ausgesetzt werden kann,   hält  die Kammer es im Hinblick auf die Entwicklung des 16-Jährigen für  nötig, dass er  die Strafe verbüßt....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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