Terrorismus: 110 Berliner haben sich dem IS angeschlossen

Ein Fünftel der Personen sind Frauen. Mehr als die Hälfte der Ausgereisten ist laut Behörden inzwischen wieder zurückgekehrt.

110 Berliner haben sich seit 2012 dem IS angeschlossen. Das geht aus einer Antwort der Innenverwaltung auf eine Anfrage von Joschka Langenbrinck (SPD) hervor. "Es liegen derzeit Erkenntnisse zu 110 Islamistinnen und Islamisten mit Berlinbezug vor, die seit 2012 in Richtung Syrien/Irak gereist sind, um dort auf Seiten des so genannten "Islamischen Staates (IS) oder anderer terroristischer Gruppierungen an Kampfhandlungen teilzunehmen oder diese in sonstiger Weise zu unterstützen", heißt es in der Antwort.

Demnach handelte es sich bei etwa einem Fünftel der fraglichen Personen um Frauen. Unklar sei, ob alle tatsächlich in den Bürgerkriegsgebieten ankamen. Mehr als die Hälfte der ausgereisten Personen ist laut Behörden inzwischen wieder zurückgekehrt.

"Insgesamt zeichnet sich eine verringerte Ausreisedynamik ab", erklärte die Senatsinnenverwaltung weiter. Der IS war in den letzten Monaten sowohl in Syrien als auch im Irak militärisch unter Druck geraten und hatte Gebiete aufgeben müssen. Über die Reiserouten der Personen liegen hier in der Mehrzahl der Fälle keine gesicherten Erkenntnisse vor. In der Regel reisten die Personen Richtung Türkei aus, mit dem Ziel nach Syrien oder in den Irak zu gelangen. Nicht in allen Fällen liegen Erkenntnisse vor, dass sich diese Personen tatsächlich in Syrien und dem Irak aufgehalten haben. (mit dpa)

Razzien in Deutschland: Möglicher Anschlag in Berlin vereitelt

Die deutsche Polizei hat im Zuge von Ermittlungen gegen mutmaßliche Islamisten Razzien durchgeführt. Im Visier der Justiz befinden sich vier Personen, die in Verdacht stehen, einen Terroranschlag geplant zu haben. Nach Angaben der Berliner Polizei wurden eine Frau und zwei Männer verhaftet. “Von einem haben wir die Erkenntnis, dass er schon im Kriegsgebiet in Syrien gewesen ist, dass er dort auch nach aller Wahrscheinlichkeit eine militärische Ausbildung erhalten hat. Das ist immer etwas besonders Sorgenvolles für uns, wenn jemand schon trainiert ist und schon Gewalterfahrung gemacht hat”, sagte Stefan Redlich, Sprecher der Berliner Polizei. Nach Festnahme in #Berlin – Islamisten unterhielten sich per Telefon über mögliche Anschlagsziele: https://t.co/NLHQIbNhsB— Berliner Zeitung (@BLZonline) February 4, 2016 Neben Wohnungen und Arbeitsstellen in der Hauptstadt wurden auch Durchsuchungen in Hannover sowie Attendorn durchgeführt. In der sauerländischen Kleinstadt lebte der Hauptverdächtige in einer Flüchtlingsunterkunft. Der 35 Jahre alte Algerier soll laut Medienberichten in seiner Heimat wegen seiner Mitgliedschaft in der Miliz Islamischer Staat per Haftbefehl gesucht worden sein.

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