Teurer Wohnen: Habecks Klima-Pläne erschweren das Ampel-Versprechen vom günstigen Wohnraum

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Steht vor großen Aufgaben: Klimaminister Robert Habeck
Steht vor großen Aufgaben: Klimaminister Robert Habeck

Es sind zwei der wichtigsten Ziele der Ampel-Regierung: Einerseits will man das Klima schützen, andererseits soll das Wohnen günstiger werden. 400.000 neue Wohnungen pro Jahr sollen laut Koalitionsvertrag pro Jahr gebaut werden, umsetzen muss das Bauministerin Klara Geywitz (SPD). Es ist ein Prestigeprojekt der Sozialdemokraten.

Doch dabei gibt es einen echten Zielkonflikt. Denn wie Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck (Grüne) in dieser Woche klarstellte, muss Deutschland seine Anstrengungen beim Klimaschutz erhöhen – auch im Bausektor. Bislang machen die CO₂-Emissionen, die durch den Bau und die Nutzung von Gebäuden entstehen, rund 30 Prozent der Emissionen in Deutschland aus.

Doch klimafreundliches Bauen bedeutet, dass zunächst meist die Preise steigen. Eine bessere Dämmung spart Energie, das merken Mieter auch langfristig im Portemonnaie. Aber erstmal verteuert es neue Häuser und Bestandsbauten, wenn diese nachgerüstet werden. Diese Kosten legt der Vermieter auf die Mieter um. Mieterbund-Chef Lukas Siebenkotten warnte in der "Bild"-Zeitung daher in dieser Woche vor Belastungen: "Für Mieter bedeuten Habecks Klima-Pläne höhere Kosten, solange diese nicht sozial abgefedert werden."

Die Ampel-Koalition arbeitet zwar an solchen sozialen Ausgleichzahlungen, final sind diese aber noch nicht ausgearbeitet oder beschlossen.

Kein Klimaschutz kostet auf lange Sicht Milliardensummen

Was allerdings oft übersehen wird: Was noch mehr kostet als Klimaschutz, ist kein Klimaschutz. Für die Beseitigung der Flutschäden im Westen Deutschlands vergangenen Sommer haben Bund und Länder ganze 30 Milliarden Euro zu Verfügung gestellt. Klimaforscher rechnen damit, dass Extremwetterereignisse zunehmen und damit auch die Gefahr durch Überflutungen. Außerdem können durch den Klimawandel häufiger auftretende Dürren Lebensmittelpreise nach oben treiben.

Auch Wirtschaftswissenschaftler rechnen mit hohen Kosten durch fehlenden Klimaschutz. Bei einem Anstieg der weltweiten Temperatur um 4,5 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts "fielen in Deutschland schon bis zum Jahr 2050 Kosten von insgesamt knapp 800 Milliarden Euro an", schreiben Forscher des Instituts der Deutschen Wirtschaft (DIW) in Berlin. Doch für viele Menschen sind diese Kosten nicht so direkt spürbar – anders als die Miete jeden Monat.

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