Texas: Arbeiter im Jugendknast stahl Fajitas im Wert von 1,2 Million Dollar

Fajitas sind befüllte Weizentortillas und ein Klassiker der mexikanischen Küche. (Bild: ddp Images)

Fast zehn Jahre lang ist sein Betrug nicht aufgeflogen: Ein Mann aus dem US-Bundesstaat Texas, der in einer Jugendstrafanstalt arbeitete, stahl Fajitas im Wert von rund einer Million Euro. Doch nun kamen Kollegen dahinter – denn Fajitas werden in dem Gefängnis gar nicht serviert.

Am Ende wurde ihm ein Arzttermin zum Verhängnis. Gilberto Escaramilla, Angestellter beim Jugendgefängnis von Cameron County im US-Bundesstaat Texas, nahm sich einen Tag frei, um sich medizinisch durchchecken zu lassen. Als er am nächsten Tag zur Arbeit kam, wurde er sofort ins Büro seines Vorgesetzten zitiert. Der Grund: Er soll neun Jahre lang Fajitas im Wert von 1,2 Millionen Dollar (rund 1 Million Euro) gestohlen haben.

Aufgeflogen war der Langzeitbetrug, weil ein Kollege Escaramilla Essenslieferung in seinem Namen annehmen musste, während dieser beim Arzt war. Der Lieferant der Firma „Labatt Food Servies“ wollte sich dabei nochmals eine rund 360 Kilogramm schwere Fracht von Fajitas bestätigen lassen, die bald anstand. Doch der Mitarbeiter der Jugendstrafanstalt wusste davon nichts – in dem Gefängnis wurden nämlich noch nie Fajitas serviert.

In einer Jugendstrafeinrichtung wie dieser hier im Bundesstaat Atlanta ging der Fajita-Betrug vonstatten. (Bild: AP Photo)

Es sei ein Fall, der ihn an einen Sketch aus der Comedy-Sendung „Saturday Night Live“ erinnere, sagt Bezirksstaatsanwalt Luis V. Saenz gegenüber dem „Brownsville Herald“. Nur, dass der Hintergrund ein wenig ernster sei. Der Fall hatte sich bereits im August dieses Jahres zugetragen, kam aber erst jetzt vollständig ans Licht.

In der „Daily Mail“ erklärt Saenz, wie Escaramilla vorgegangen war: „Er lieferte die Ware noch am selben Tag an seine Kunden aus, nachdem er die Ware entgegen genommen hatte. Bisher konnten wir zwei seiner Käufer aufspüren und sie kooperieren bei den laufenden Ermittlungen.“ Die bürokratische Vorgangsweise in der Jugendstrafanstalt, durch die der Betrug erst möglich wurde, bezeichnete er als „Totalversagen“. Es müssten neue Kontrollinstanzen eingeführt werden, damit ein solcher Betrug am System vorbei nicht mehr stattfinden könne. Escaramilla droht nun eine langjährige Haftstrafe.

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