Thadeusz: Warum Deutschland ein Land der Gelegenheiten ist

Kolumnist Jörg Thadeusz hat einen rechtsstaatlich unsauberen Vorschlag: ein teuflischer Deal mit Erdogan.

Vorsicht mit den Gefühlen. Gerade in dieser Jahreszeit. Da ist ganz schnell was passiert. Eine Kollegin tanzt in einem den Sommer versprechenden Kleid vorbei. So hinreißend, dass man wieder Kopfhaar und ein frisch geschriebenes Lied für sie parat haben möchte.

Ehe man sich aber im Wortsinne "versieht", steht auch schon der Vorwurf im Raum: Frühlingsfrauen nachstarren bedeutet "Objektifizierung" des anderen Geschlechts. Wer so was macht, auf den folgt auf dem Gender-Diskurs nur noch der Besenwagen.

Wenn saisonale Gefühle, dann bitte für den Garten. Oder eine Empfindung empfinden, die bei uns ganzjährig passt: Neid. Vor wenigen Tagen war ich bei einem Mann zu Besuch, der etwas hat, was ich nicht habe. Er hat seinen eigenen Radiosender aufgebaut. Sein Jugendtraum ist wahr geworden. Sein Vater konnte nicht einfach die Familien-Yacht verkaufen, damit der Junge lossenden kann. Als Maurerpolier in einem Berliner Arbeiterbezirk hat man selten irgendwas am Anleger liegen. Der Träumer musste sich anstrengen.

Heute ist deutschlandweit zu hören, was an seinen Pulten zusammengefahren wird. Der Radioträumer hat 60 Arbeitsplätze geschaffen. Selbst aus Sicht eines sozialdemokratischen Martin Messias Schulz gar nicht so übel. Denn allein für ein Sozialbudget von 888 Milliarden Euro, wie im Jahr 2016, braucht es den ein oder anderen Steuerzahler. Mit der Geschichte vom Radioträumer ließe sich der "weiße Neid" anfachen. Wie es die Russen nennen, wenn ein "Das will ich auch" zu einem positiven Antr...

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