Thadeusz: Wie ein Schweineschnitzel im Frachtraum

Kolumnist Jörg Thadeusz hat einen rechtsstaatlich unsauberen Vorschlag: ein teuflischer Deal mit Erdogan.

Gehirn erschüttert, Nase gebrochen und zwei Zähne raus. Der 69-jährige Mann wird sein Dienstleistungserlebnis mit United Airlines so schnell nicht vergessen. Einen zahlenden Passagier aus dem Flugzeug zu prügeln? Die spinnen, die Amis. In ihrer Werbung erscheint uns jede Fluggesellschaft wie ein Freundeskreis in der Luft, der immer für uns da ist. Air Berlin ist unser Kumpel. Superlieb bringen die uns wattesanft nach Mallorca. Nur weil die total Lust drauf haben.

Im richtigen Leben lese ich schon beim Einsteigen mancher Flugbegleiterin einen ganz anderen Wunsch von den Augen ab. Sie möchte auch, dass einer von uns Passagieren von einem Sicherheitsgorilla mal richtig was auf die Nuss bekommt. Nichts glitzert, nichts funkelt. Aldi und Lidl wollen schicker werden. Wahrscheinlich geben sie die aus den Regalen entfernten Pappkartons an die Lufthansa weiter. Als Sitzgelegenheiten. Der Kranich spart. Denn wir sind als Passagiere nicht die netten, gut angezogenen Menschen, denen – wie im Lufthansa-Werbespot – von einer Schönheitskönigin ein im Weinkeller des Flugzeugs entkorkter Top-Bordeaux gereicht wird. Manche von uns benehmen sich, als hätten sie es durchaus verdient, einige Momente über den Gang geschleift zu werden. Wie diese Prenzlauer-Berg-Mutter. Deren Sohn sagte höflich Danke, nachdem der Flugbegleiter ihm Orangensaft eingeschüttet hatte. "Bei dem musst du dich nicht bedanken, der wird dafür bezahlt", sprach die gute Mutter.

Es gab Zeiten, in denen Fliegen eine stilvolle Ange...

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