Thailändisches Gericht erlässt Haftbefehl gegen Red-Bull-Erben

Fünf Jahre nach einem tödlichen Unfall, für den der Enkelsohn von Red-Bull-Mitbegründer Chaleo Yoovidhya verantwortlich gemacht wird, hat die thailändische Justiz Haftbefehl erlassen. Nach stundenlangen Beratungen fällte ein Gericht in Bangkok am Freitag die Entscheidung. Beobachter des in der Öffentlichkeit viel beachteten Falls sehen darin den Versuch, Vorwürfe zu entkräften, der milliardenschwere Worayuth Yoovidhya solle aufgrund seiner Herkunft straffrei ausgehen.

Worayuth wird beschuldigt, 2012 mit seinem Ferrari einen Motorrad-Streifenpolizisten in Bangkok überfahren und dessen Leiche bei der Flucht noch hundert Meter mitgeschleift zu haben. Er ist noch nie vor Gericht erschienen. Seit dem Unfall reiste der damals 27-Jährige frei ein und aus und erschien regelmäßig auf Partys der Bangkoker "Rich-Kid"-Szene.

Mehrere der Taten, die der Anklage gegen den auch "Boss" genannten Erben zugrunde liegen, sind seit 2012 verjährt. Doch der schwerwiegendste Punkt - rücksichtsloses Fahren mit Todesfolge - kann bis 2027 geahndet werden. Dafür drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Der thailändische Polizeichef Chaktip Chaijinda erklärte, er habe erfahren, dass sich der Gesuchte in England aufhalte, "mit dem wir ein Auslieferungsabkommen haben". Worayuths Anwalt hatte zuvor erklärt, sein Mandant sei aus geschäftlichen Gründen in Großbritannien und könne nicht nach Bangkok kommen.

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