"The Good Lord Bird": So bekämpfte John Brown die Sklaverei in den USA

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In der Mini-Serie "The Good Lord Bird" spielt Ethan Hawke den Prediger John Brown, der nicht tatenlos dabei zusehen will, wie in seinem Land Menschen versklavt werden. Der echte John Brown zog im 19. Jahrhundert durch die USA und löste ein Ereignis aus, das die Vereinigten Staaten von Amerika maßgeblich geprägt hat.

Die Miniserie basiert auf dem gleichnamigen Buch des Bestsellerautors James McBride. (Bild: Sky Deutschland)
Die Miniserie basiert auf dem gleichnamigen Buch des Bestsellerautors James McBride. (Bild: Sky Deutschland)

"Ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung" lautete der Leitspruch des Predigers John Brown, der im Jahr 1800 geboren und 59 Jahre alt wurde. Mit dem Vers aus dem Hebräerbrief des Neuen Testaments rechtfertigte der Mann Gottes seinen blutigen Kampf gegen die Sklavenhalter im Süden der USA, der kein persönlicher blieb, sondern letztendlich in den Bürgerkrieg führte.

Nicht weniger als 20 Kinder hatte der Puritaner, dessen Geschäfte weit weniger Früchte trieben als seine Ehe. Um sich und seine stattliche Familie zu ernähren, verdiente er sein Brot mal als Bauer, mal als Geschäftsmann, doch seine wahre Leidenschaft galt einem Sujet, das er für wichtiger hielt als schnöden Broterwerb.

Brown stand für den industrialisierten Norden, die Südstaaten für Sklaverei

In Neuengland im Nordosten der USA geboren, verachtete Brown die Plantagenbesitzer im Süden, die mit Industrialisierung nichts am Hut hatten und entführte und auf Märkten gehandelte Schwarze als rechtlose Arbeitskräfte missbrauchten. Mitte des 19. Jahrhunderts expandierten die USA enorm und es war zu einem deutlichen Ungleichgewicht gekommen: Während im Süden mit rund 13 Millionen Bewohnern über 5,5 Millionen weniger Menschen lebten als im Norden, hatten diese doch alle wichtigen Ämter an sich gerissen. Die Geschicke sowohl beim Obersten Gericht, im Kongress und im Weißen Haus wurden von Mitgliedern der Demokratischen Partei gelenkt und der Norden hatte ein natürliches Interesse daran, die Südstaatler in ihren Grundfesten, gesichert durch Sklavenarbeit, zu erschüttern.

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Brown formierte also eine Guerillatruppe um sich herum und statuierte 1856 in Kansas ein Exempel an fünf Farmern, die auf ihren Plantagen Sklaven hielten: Mit seinem Säbel schlug er die Köpfe der Besitzer entzwei und wurde seit dem sogenannten Pottawatomie-Massaker per Steckbrief gesucht. Nach dieser Tat bestand bei den die Sklaverei ablehnenden Abolitionisten aus dem Norden kein Zweifel mehr an der Ernsthaftigkeit seines Vorhabens.

Brown wollte die Sklaven bewaffnen, auf dass sie selbst den Aufstand üben

Um die Sklaverei aber ein für allemal zu beenden, setzte der gewaltbereite Prediger auf die Unterdrückten selbst. Mit seiner Guerilla-Truppe wollte er in Harpers Ferry, West Virginia, Waffen aus Army-Beständen stehlen. Diese sollten dann an die in der Umgebung lebenden Sklaven verteilt werden und einen Aufstand möglich machen, nach dessen Ende die Sklaverei Geschichte sein sollte. Dass der Plan nicht so funktionierte, wie von Brown erhofft, lag vor allem auch an einer strategischen Entscheidung. Die Sklaven rund um Harpers Ferry glaubten nicht, dass es ihnen gelingen würde, aus der von Flüssen und Bergen umgebenen Stadt zu fliehen. Und Browns Männer alleine waren zu wenige, um mit den Soldaten fertig zu werden, die nach dem Waffenraub anrückten, 13 Männer töteten und die anderen festnahmen.

Das Porträt zeigt John Brown kurz vor seiner Hinrichtung. (Bild: Getty Images)
Das Porträt zeigt John Brown kurz vor seiner Hinrichtung. (Bild: Getty Images)

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Ein Märtyrer mit Strahlkraft

In den Händen der Feinde wurde Brown zum Märtyrer, der wie seine Mitstreiter zum Tod verurteilt wurde. Bevor er hingerichtet wurde, hatte Brown aber noch Gelegenheit, in dem viel beachteten Prozess zu betonen, dass er sein Leben für all jene Menschen lasse, "deren Rechte von bösen, grausamen und ungerechten Gesetzen missachtet werden". Während die einen Browns Tod bedauerten und dessen Mut lobten, konnten die anderen genau das nicht ertragen. In den folgenden zwei Jahren wurde der Riss zwischen Nord- und Südstaaten tiefer, die Union aus Staaten, die Sklavenhaltung befürworteten und solchen, die sie ablehnten, zerbrach und der Amerikanische Bürgerkrieg begann. Die Nordstaaten sahen John Brown als Leitbild, das sie unter anderem mit dem Lied "John Brown´s Body" hochhielten.

Die Mini-Serie ist ein Herzensprojekt für Ethan Hawke

In "The Good Lord Bird" spielt Ethan Hawke nicht nur die Hauptrolle des John Brown, er schrieb zusammen mit Mark Richard ("Hell on Wheels") auch das Drehbuch und ist mit ihm als Produzent tätig.

Erste Einblicke in die Serie "The Good Lord Bird", die unter anderem von der "New York Times" hochgelobt wurde, gibt es im Trailer:

Dass er sich mit voller Kraft in dieses Projekt stürzte, begründet er mit seiner Begeisterung für das gleichnamige Buch von James McBride, in dem dieser die Vorgänge rund um den Sezessionskrieg "mit Witz, Anmut und Weisheit" beleuchtet, wie Hawke gegenüber Sky sagt. "Diese Geschichte auf die Leinwand zu bringen, war ein Herzensprojekt von mir, und ich habe das unglaubliche Glück, dass meine Partner mit ebenso viel Leidenschaft an der Umsetzung gearbeitet haben."

"The Good Lord Bird" ist ab 6. November immer freitags ab 20.15 Uhr in Doppelfolgen auf Sky Atlantic zu sehen und parallel auf Sky Ticket und über Sky Q auf Abruf verfügbar.