Theresa May: Ohne Kopfbedeckung zu Besuch in Saudi Arabien

Wenn Politikerinnen zu wichtigen Treffen in den Nahen Osten reisen, gilt es, eine wichtige Entscheidung zu treffen: Sollen sie – wie in dem Land üblich – ihre Haare mit einem Tuch bedecken oder nicht? Die britische Premierministerin Theresa May entschied sich bei einem Besuch in Saudi-Arabien Anfang der Woche nun dagegen – und wurde dafür heftig kritisiert.

Die australische Außenministerin Julie Bishop tut es, Hillary Clinton manchmal, Angela Merkel und Ursula von der Leyen tun es nicht: Jede Politikerin trifft die Wahl der Kopfbedeckung bei Besuchen im Nahen Osten selbst. Doch egal, welche Entscheidung sie am Ende treffen: Kritik hagelt es immer.

Theresa May traf den Saudi-Prinzen ohne Kopfbedeckung. (Bild: AP Images)

Theresa May traf nun den Kronprinzen von Saudi-Arabien im Hosenanzug und ohne Kopfbedeckung, um den dortigen strikten religiösen Dresscode zu boykottieren. So sagte May, sie wolle ein Vorbild für die unterdrückten Frauen des Landes sein und ihnen zeigen, „was Frauen alles erreichen können“ und dass „Frauen signifikante Posten innehalten können“, berichtete die britische Zeitung „The Independent“.

Dafür wurde sie nun auf Twitter kritisiert – auch von Frauen aus der Gegend, die ihr vorwerfen, nicht für sie sprechen zu können:


„Theresa May besucht den Nahen Osten mit Hose und ohne Kopfbedeckung. Sie ist auf dem Holzweg, wenn sie meint, es brächte etwas, die, die sie besucht, zu beleidigen.“

Von anderer Seite wird May aber für das Statement gefeiert.


„Theresa May hat es richtig gemacht, keine Kopfbedeckung bei ihrem Besuch in Saudi-Arabien zu tragen. Alles andere hätte deren Behandlung von Frauen legitimiert.“

Auch, wenn die Diskussionen über religiöse Kleiderordnungen noch lange nicht zu Ende sind: May hat mit ihrem Besuch ein Statement für Frauen gesetzt – weltweit.

Sehen Sie auch: Brexit entfacht Streit um Gibraltar


Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen