Thomas Gottschalk: Das können weder Trump noch Biden

(hub/spot)
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Thomas Gottschalk bei einem Auftritt in Frankfurt. (Bild: Markus Wissmann/Shutterstock.com)
Thomas Gottschalk bei einem Auftritt in Frankfurt. (Bild: Markus Wissmann/Shutterstock.com)

Es gibt noch keine Entscheidung, wer die Präsidentschaftswahlen in den USA gewonnen hat. Während die Stimmauszählung weiter läuft, diskutierten am Donnerstagabend im ZDF-Polittalk "maybrit illner" unter anderem TV-Moderator Thomas Gottschalk (70) und John Bolton (71), Donald Trumps (74) ehemaliger Sicherheitsberater, über die US-Wahl. Bolton war sich in der TV-Show sicher: Trump werde im Fall einer Niederlage das Weiße Haus verlassen - "freiwillig, aber nicht anständig".

Thomas Gottschalk, aus Baden-Baden zugeschaltet, betonte in der Sendung seine Amerika-Liebe, kritisierte aber auch, dass Bolton Trump anfänglich unterstützt habe und ihn jetzt als Gefahr bezeichne. Die Amerikaner hätten eine "gewisse Naivität" und auch "Fahrlässigkeit", die sie sehr sympathisch mache, die aber auch für ihn, "einen leichtfüßigen Entertainer" nicht leicht nachvollziehbar sei. Gottschalk fügte hinzu: "Die Republikaner haben Trump von der Kette gelassen und er hat ihnen gezeigt, dass sie ihn eben nicht im Griff haben."

"Trump ist einem Entertainer ähnlich"

Gottschalk selbst würde es nie wagen, in die Politik zu gehen. Trump dagegen sei einem Entertainer sehr ähnlich, "nur er ist im Gegensatz zu mir ein Reality-Star". In Trumps ehemaliger TV-Show "The Apprentice" sei dieser "so eine Art bezahlter Reality-Darsteller" gewesen, da habe er "die Bösartigkeit, die ihm offensichtlich inne ist, Entertainment-mäßig präsentieren" können. "Das taugt fürs Fernsehen", so Gottschalk weiter, aber nicht für Politik, von der Millionen Menschen abhängig sind. An anderer Stelle erklärte der Moderator: "Ich bin entsetzt, dass eine Figur wie Trump die größte Nation der Welt vertreten soll."

Zudem meinte Gottschalk in der Talkrunde, die Politik werde immer komplexer, immer schwerer zu vermitteln, Trump sei kein Mensch, "der Komplexes intellektuell begreift, um es dann zu vermitteln". Barack Obama sei "ein Intellektueller, ein Philosoph vor dem Herrn" gewesen. Da sieht er auch Trump-Herausforderer Joe Biden (77) nicht. Der sei ein "rechtschaffener, freundlicher, älterer Herr", dem er das genauso wenig zutraue wie Trump: "Also wenn das die Spitze der amerikanischen Politik sein soll, dann gute Nacht!"

Zu Joe Biden erklärte Gottschalk zudem, dass ein Land wie die USA, "eine andere Lichtgestalt an der Spitze" bräuchte. Man müsse bei einem Politiker das Gefühl haben, dass er intellektuell in der Lage ist, die Dinge zu durchschauen, so der Entertainer, das sehe er weder bei Biden noch bei Trump. Biden habe "nichts von dieser Strahlkraft", die beispielsweise Obama auszeichnete.