Greta Thunberg verlässt USA an Bord eines Katamarans in Richtung Europa

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Thunberg an Bord des Katamarans "La Vagabonde"

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat an Bord eines Katamarans die USA verlassen. Die 16-Jährige bestieg am Mittwoch in Hampton im US-Bundesstaat Virginia das Segelschiff, um sich auf den Weg zurück nach Europa zu machen. Dort will sie Anfang Dezember am UN-Klimagipfel in Madrid teilnehmen. Kurz vor der Abfahrt äußerte die Schülerin, dass US-Präsident Donald Trump womöglich mit seinen teils drastisch geäußerten Zweifeln am Klimawandel genau das Gegenteil von dem erreicht, was er erreichen will.

"Wir segeln nach Hause", schrieb die Schwedin im Kurzbotschaftendienst Twitter bei ihrer Abreise aus den USA. Sie dankte außerdem allen "Menschen, die ich in Nordamerika getroffen habe, für ihre Gastfreundschaft" und die "unglaubliche Unterstützung".

Mit einem großen Rucksack hatte Thunberg kurz zuvor gemeinsam mit ihrem Vater Svante das Schiff "La Vagabonde" bestiegen. Der 14 Meter lange Katamaran eines australischen Paares soll sie innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen ins rund 5500 Kilometer entfernte Portugal bringen.

"Wir waren das einzige Boot in der Gegend, das bereit war, zu dieser Jahreszeit den Atlantik zu überqueren", sagte Elayna Carausu, die zusammen mit ihrem Partner Riley Whitelum und ihrem elf Monate alten Sohn seit fünf Jahren auf dem Boot lebt. Für die Überfahrt mit an Bord ist auch die professionelle britische Seglerin Nikki Henderson. Es wird erwartet, dass die Atlantiküberquerung angesichts der Jahreszeit rauer wird als die Hinfahrt.

Thunberg weigert sich aus Gründen des Klimaschutzes, in ein Flugzeug zu steigen. Deshalb hatte sie sich Ende August an Bord eines Segelbootes begeben, um vom südenglischen Plymouth nach New York zu segeln, wo sie im September am UN-Klimagipfel teilnahm. Anschließend reiste sie mit dem Zug und mit einem von Arnold Schwarzenegger geliehenen Elektroauto durch die USA und Kanada.

Das Ziel von Thunbergs langer Reise war ursprünglich die chilenische Hauptstadt Santiago, wo vom 2. bis 13. Dezember die nächste UN-Klimakonferenz stattfinden sollte. Nach der Absage Chiles wegen der dortigen sozialen Proteste soll das Treffen nun zum gleichen Termin in Madrid stattfinden - Thunberg suchte deshalb über das Internet eine Rückkehrgelegenheit nach Europa. Diesen Aufruf beantwortete das australische Paar.

"Ich bin ehrlich beeindruckt, was sie tut", sagte Carausu über Thunberg. Für die Schwedin werde sich die Crew sogar größtenteils vegan ernähren, fügte die Australierin hinzu.

Thunberg ließ es sich vor ihrer Abfahrt aus den USA nicht nehmen, ihre Reise zusammenzufassen und eine Einschätzung über Trumps Aussagen zum Klimawandel abzugeben: "Er ist so extrem und er sagt so extreme Dinge, dass ich denke, dass Menschen in gewisser Weise dadurch aufgewacht sind", sagte die Klimaaktivistin in Hampton der Nachrichtenagentur AFP. "Als er gewählt wurde, habe ich mir gesagt, dass die Menschen jetzt aufwachen werden, dass die Menschen aufwachen müssen", sagte die Schwedin weiter. "Er hat also womöglich geholfen."

Thunberg sorgt seit dem Beginn ihres Klima-Streiks Fridays for Future vor mehr als einem Jahr für Furore. Inzwischen ist die 16-Jährige zur globalen Ikone im Kampf gegen den Klimawandel geworden und hat weltweit Millionen Menschen mobilisiert.