Tichanowskaja fordert neue US-Sanktionen gegen Unternehmen in Belarus

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Swetlana Tichanowskaja

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja hat die USA zu weiteren Sanktionen gegen wichtige Wirtschaftssektoren in ihrem Land aufgerufen. Es sei an den Belarussen selbst, demokratische Veränderungen in ihrem Land zu bewirken, sagte Tichanowskaja am Dienstag bei einer Diskussionsveranstaltung in Washington. Sie hoffe aber "auf die aktive und nicht nur symbolische" Unterstützung der USA.

Tichanowskaja forderte weitere Sanktionen gegen staatlich kontrollierte Unternehmen in der Kali-Industrie oder im Öl-, Holz- oder Stahlsektor. Es müsse Druck aufgebaut werden, damit die Wirtschaft verstehe, dass die Zeit von Machthaber Alexander Lukaschenko abgelaufen sei. Schon die Androhung neuer Sanktionen der USA oder der EU könne das Verhalten Lukaschenkos beeinflussen, sagte Tichanowskaja.

Die frühere Präsidentschaftskandidatin hält sich seit Sonntag in den USA auf. Sie ist derzeit auf Weltreise, um Politiker und Exil-Belarussen zu treffen und Unterstützer für ihre Bewegung zu gewinnen.

Der seit fast drei Jahrzehnten regierende Lukaschenko war im August trotz massiver Betrugsvorwürfe zum Sieger der Wahl in Belarus erklärt worden. Dies löste historische Massenproteste aus, die von den Sicherheitskräften brutal niedergeschlagen wurden.

Der Westen erhöht seitdem den Druck auf den von Russland unterstützten Lukaschenko. Im Juni verhängten die EU, die USA, Großbritannien und Kanada in einer koordinierten Aktion neue Strafmaßnahmen gegen Verantwortliche und Unternehmen aus Belarus. Hintergrund war die erzwungene Landung eines Ryanair-Flugzeugs in Minsk, in deren Zuge der in der Maschine sitzende regierungskritische Blogger Roman Protassewitsch festgenommen wurde.

bfi/gap

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