"Tickende Zeitbombe" und "Invasion": Wie weiter mit der Einwanderung nach Großbritannien?

Auch Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten haben das Einwanderungszentrum im britischen Kent als eine "tickende Zeitbombe" bezeichnet.

Im sogenannten "Manston Processing Centre" sollten sich bis zu 1.600 Menschen nicht länger als 24 Stunden aufhalten. Doch zuletzt waren dort etwa 4.000 Personen - darunter Frauen und Kinder - teilweise wochenlang untergebracht.

Weil die Zustände in dem überfüllten Lager immer schlimmer wurden und die Kritik immer lauter, wurden mehrere hundert Menschen in andere Einrichtungen gebracht.

Medienberichten zufolge fehlt jede Spur von etwa 200 Minderjährigen, die sich eigentlich in dem Lager in Kent aufhalten sollten. Die Behörden bestätigten zudem, dass es in Kent auch Fälle von Diphterie gebe.

Innenminiserin Braverman spricht von "Invasion"

Die wegen ihrer harten Haltung in Sachen Einwanderung umstrittene britische Innenminister Suella Braverman sagte, die Menschen in Großbritannien verdienten es zu wissen, welche Partei die "Invasion" über die Küste im Süden wirklich stoppen wolle. Etwa 40.000 Menschen seien in diesem Jahr allein über die Südküste angekommen.

Nach diesen Aussagen im Parlament in London hagelte es Kritik gegen Braverman.

Am Sonntag war in Dover ein ähnliches Lager für Asylsuchende angegriffen worden.

Auf Twitter schreibt eine Frau aus Kent, sie lebe in dieser Region, es fehle an Menschen, die in der Landwirtschaft und in Gesundheitsberufen oder in der Bildung arbeiten. Sie fordert, Großbritannien solle diese Leute arbeiten lassen.