Tierfreund: Von Alphaweibchen und Männerbünden

Dr. Mario Ludwig über die außergewöhnlichen Verhaltensweisen der Berberaffen und warum die Tiere auf Gibraltar unter besonderem Schutz stehen

Die in Nordafrika lebenden Berberaffen sind nicht nur die am weitesten nördlich lebenden Affen der Welt. Sie gehören auch zur einzigen Affenart, die freilebend in Europa vorkommt, nämlich in der britischen Kronkolonie Gibraltar. Die in mehr oder weniger großen Gruppen lebenden Affen verfügen außerdem über ein Sozialsystem, das im Tierreich einmalig ist: In der Gruppe herrscht das Matriarchat. Das heißt, es ist ein Weibchen, das sogenannte Alphaweibchen, das die Gruppe anführt. Die Anführerinnenposition ist übrigens erblich. Nach dem Tod des Alphaweibchens übernimmt stets die erstgeborene Tochter der Herrscherin die Macht.

In Berberaffengruppen gibt es jedoch im Gegensatz zu den meisten anderen Affenarten viele erwachsene Männchen. Bei ihnen herrscht eine strenge Hierarchie. Das zeigt sich zum Beispiel darin, dass ranghöhere Männchen öfters Sex mit den Weibchen haben dürfen als rangniedere. Allerdings neigen die Berberaffenmännchen dazu, Männerfreundschaften zu bilden. Auch darin unterscheiden sie sich von anderen Affenarten, bei denen die Männchen erbittert um Nahrung, Weibchen und gute Schlafplätze kämpfen. Bei den Berberaffen sitzen befreundete Männchen oft stundenlang zusammen und nehmen ihre Mahlzeiten gemeinsam ein.

Allerdings ist es nicht ganz einfach, in einer strengen Hierarchie Freundschaft zu schließen. Normalerweise darf sich ein niederrangiges Männchen einem hochrangigen gar nicht nähren. Um sich dennoch anzufreunden, bedienen sich die Prekariatsmännchen des "Sandwi...

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