Tierfreund: Fliegenlarven können Wunden heilen

Dr. Mario Ludwig über eine alternative Therapie zur Behandlung schwer heilender Verletzungen und ihren Nutzen in Zeiten zunehmender Antibiotika-Resistenzen

Eine Fliegenlarve in einer offenen Wunde: supereklig! Ja – aber auch überaus nützlich. In Deutschland werden in vielen Krankenhäusern Schmeißfliegenlarven zur Behandlung chronischer, schlecht heilender Wunden eingesetzt.

Dabei ist die "Madentherapie" eine medizinische Maßnahme aus vergangenen Tagen. John Forney Zacharias, ein Chirurg der Konföderierten Armee, setzte bereits im Amerikanischen Bürgerkrieg, also vor rund 150 Jahren, Maden zur Behandlung eiternder Wunden ein und erzielte durch eine schnelle und effektive Wundheilung eine außergewöhnlich hohe Überlebensrate seiner Patienten.

Schmeißfliegenlarven ernähren sich nämlich bevorzugt von nekrotischem, also abgestorbenem Gewebe. Dieses abgestorbene Gewebe ist für eine gute Wundheilung hinderlich. Die Fliegenlarven scheiden Verdauungssäfte aus, die Enzyme enthalten und deshalb dieses abgestorbene Gewebe verdauen bzw. verflüssigen. Den entstandenen Brei schlabbern die Larven auf.

Ihre Blütezeit erlebte die Madentherapie in den 1930er- und 1940er-Jahren, als allein in den USA in über 300 Krankenhäusern eine Wundbehandlung mit Maden durchgeführt wurde. Maden wurden von Pharmaunternehmen kommerziell gezüchtet. Als allerdings Ende der 1940er-Jahre die Antibiotika Sulfonamid und Penicillin eingeführt wurden, benötigte man die Fliegenlarven nicht mehr und die Madentherapie geriet fast in Vergessenheit.

Antibakterielle Substanzen

Anfang der 1990er-Jahre kam es zu einer Renaissance: In Zeiten zunehmender Antibiotika-Resistenzen erzielte...

Lesen Sie hier weiter!

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen