Tierfreund: Von Katzen im Sack und Eselsbrücken

Dr. Mario Ludwig über tierische Sprichwörter und Redewendungen und warum sie manchmal gar nichts mit Tieren zu tun haben

"Die Katze im Sack kaufen", "eine Eselsbrücke bauen", "einen Vogel haben": In unserem Wortschatz tummelt sich ein ganzer Zoo an tierischen Redewendungen und Sprichwörtern.

Wenn jemand "eine Katze im Sack kauft", dann bedeutet dies, er kauft etwas, ohne es vorher näher geprüft zu haben bzw. er lässt sich auf etwas ein, ohne genau zu wissen worauf. Die Folge davon ist, dass man oft übervorteilt und betrogen wird. Die Redewendung geht auf eine Gepflogenheit im Mittelalter zurück. Damals packten betrügerische Händler unaufmerksamen Kunden oft anstelle des eigentlich gekauften, wertvollen Ferkels oder Kaninchens heimlich eine damals deutlich weniger wertvolle Katze in den Einkaufs-Sack. Zuhause erlebte der Käufer dann eine böse Überraschung, wenn anstelle des Sonntagsbratens eine Katze im Sack war.

Eselsbrücken wiederum sind Gedächtnishilfen, mit denen wir uns Dinge besser merken können. Aber wie hängt eine Gedächtnishilfe mit einer Brücke und einem Esel zusammen? Um das zu klären, muss man etwas ausholen. Esel, eigentlich sehr trittfeste Tiere, überqueren nur ungern einen Bach. Dies hat zwei Gründe: Zum einen sind Esel wasserscheu und zum anderen können sie, da die Wasseroberfläche bei Sonnenschein meist spiegelt, oft nicht erkennen, wie tief das Wasser ist. Und da bleiben sie eben "stur wie ein Esel" stehen. Deshalb hat man bereits im Mittelalter kleine Brücken zur Überquerung von Bachläufen gebaut: die "Eselsbrücken". Will heißen, mit einer Eselsbrücke, und zwar sowohl einer echt...

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