Tierfreund: Ein kleiner Superheld: "Conan das Bakterium"

Dr. Mario Ludwig über ein extrem widerstandsfähiges Bakterium, seine raffinierten Überlebenstricks und wie Forscher ihm auf die Schliche kamen

Sie sind die anpassungsfähigsten und widerstandsfähigsten Organismen überhaupt: extremophile Bakterien oder "Superbugs", wie sie im amerikanischen Sprachraum genannt werden. Sie leben dort, wo keine anderen Organismen überleben können. So besiedeln sie heiße Vulkanquellen, leben in mit giftigen Chemikalien oder Atommüll verseuchten Böden und sind im Packeis der Arktis genauso wie im stark salzhaltigen Roten Meer zu finden. Absoluter Superstar unter den Extremophilen ist ein Bakterium namens Deinococcus radiodurans, Insidern unter dem Namen "Conan das Bakterium" bekannt.

"Conan das Bakterium" kann große Hitze, klirrende Kälte und sogar Säurebäder überleben. Auch extrem hohe Dosen radioaktiver Strahlung übersteht die Mikrobe ohne Probleme. Während 1000 rad Radioaktivität für einen Menschen absolut tödlich sind, kann der pinkfarbene Mikroorganismus Bestrahlungsmengen von über 1,5 Millionen rad überleben. Kein Wunder, dass man dem Bakterium fast zwangsläufig den wissenschaftlichen Namen "Deinocoocus radiodurans" gab, also: "seltsames Körnchen, das Strahlung aushält".

Sensationelle Entdeckung

Conan wurde bereits in den 1950er-Jahren entdeckt – in vergammelten Fleischkonserven der US-Army. Der Inhalt der Konserven war von einem übelriechenden pinkfarbenen Belag überzogen, obwohl man die Fleischkonserven, um sie lange haltbar zu machen, zuvor mit einer hohen Dosis radioaktiver Strahlung sterilisiert hatte. Als man den Belag unter dem Mikroskop näher untersuchte, entdeckte man, dass er ...

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