Tierfreund: Vom Nutzen, UV-Licht zu sehen

Dr. Mario Ludwig über Vogelarten, die UV-Licht wahrnehmen können, und wie diese Fähigkeit bei der Partnerwahl und bei der Nahrungssuche hilft

Ultraviolettes Licht liegt für Menschen nicht im sichtbaren Spektrum. Einige Vogelarten haben jedoch die Fähigkeit, UV-Licht sehen zu können. Dies hängt mit dem Aufbau des Auges zusammen. Wirbeltieraugen sind mit bestimmten Sinneszellen, sogenannten Zapfen, ausgestattet, die in unterschiedlichen Wellenlängenbereichen besonders empfindlich sind. Das menschliche Auge besitzt drei Zapfensorten, mit denen es Rot, Grün und Blau sowie die Mischfarben wahrnehmen kann. Unsere Vögel besitzen ebenfalls diese drei Zapfensorten. Tagaktive Vögel besitzen aber dazu noch eine vierte Zapfensorte, die sehr kurzwelliges, ultraviolettes Licht absorbieren kann.

Diese Fähigkeit liefert den Piepmätzen wertvolle zusätzliche Informationen über ihre Umwelt. Zum Beispiel ist sie äußerst hilfreich bei der Partnerwahl. Bei Blaumeisen können wir Menschen anhand der Farbe des Federkleides nicht den Unterschied zwischen Männchen und Weibchen wahrnehmen. Blaumeisen selbst dagegen erkennen im UV-Spektrum sofort, welches Geschlecht ihr Gegenüber hat. Blaumeisenmännchen reflektieren UV-Licht nämlich deutlich stärker als Weibchen.

Strahlendes Federkleid

Schwedische Wissenschaftler haben übrigens schon vor rund 20 Jahren herausgefunden, dass bei einigen Vogelarten die Männchen, deren Federkleid im UV-Licht besonders stark strahlt, bei den Weibchen bessere Chancen haben. Dafür gibt es eine einleuchtende Erklärung. Papageien in tropischen Regenwäldern werden beispielsweise oft von Parasiten befallen. Vögeln, die über...

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