Tierschutz: Die Wolfswache von Brandenburg

800 Menschen nehmen an der ersten landesweiten Aktion gegen die ungehinderte Ausbreitung der Tiere teil.

Potsdam.  Noch ehe das Feuer brennt, eröffnet Bauer Marco Hintze die Wolfswache auf seinem Hof in Krielow bei Werder. Er springt dazu auf einen Heuballen. Dort oben wird er seine Rede halten. Die Kühe im Stall hinter ihm heben neugierig die Köpfe, sie wundern sich vermutlich auch über die etwa 120 Menschen, die an diesem Freitagabend auf dem Hof zusammengekommen sind. Wie an acht anderen Orten hielten Landwirte, Schäfer, Jäger und besorgte Bürger die erste landesweite nächtliche Wolfswache ab. Als Zeichen gegen die ungehinderte Ausbreitung des Wolfes in Brandenburg. 800 Menschen nahmen laut der Organisatoren daran teil.

"Es ist ein Zeichen, dass wir unsere friedlichen Tiere gegen den Räuber verteidigen wollen", sagte Hintze. "Aber auch ein Zeichen der Ohnmacht, denn mit einem Feuer werden wir unsere Tiere nicht dauerhaft schützen können, genauso wenig wie mit Zäunen, Hunden oder Eseln." Bei Bauer Hintze war der Wolf schon einmal, 2002 riss er fünf Kälber auf der Weide. Seit er sich eine Eselmutter mit zwei Eselkindern angeschafft hat, kam es zu keinen Vorfällen mehr. Esel haben keine Angst vor dem Wolf und vertreiben ihn mit Huftritten, Geschrei und beißen notfalls auch zu.

Brandenburg hat die meisten Wölfe bundesweit

In dem Bundesland mit den vielen weitläufigen ehemaligen Militärflächen leben laut Umwelt- und Agrarministerium inzwischen bundesweit die meisten Wölfe. 22 Rudel sollen es sein, eins besteht etwa aus acht bis zehn Tieren. Seit der ersten Ansiedlung eines Wolfspaares in Südbr...

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