Tierschützer klagen gegen “Walgefängnis” in Russland

Belugawale werden in Russland gefangen gehalten. (Symbolbild: AP Photo)

Ein “Walgefängnis” in Russland ruft Tierschützer auf den Plan. Rund 100 Wale werden in einer abgelegenen Bucht gefangen gehalten – und das bei klirrender Kälte. Tierschützer sind vor Gericht gezogen. Nun gibt es einen Erfolg zu vermelden.

Die Videoaufnahmen einer Drohne machten auf den Skandal aufmerksam. In einer abgelegenen Bucht im Osten Russlands werden seit Monaten rund 100 Wale gefangen gehalten. Die Tiere darben in winzigen Becken in der Srednjaja-Bucht. Einige von ihnen sollen so jung sein, dass sie eigentlich noch gesäugt werden müssten. Tierschützer sind auch wegen der winterlichen Kälte besorgt. Das Eis auf den Becken muss regelmäßig entfernt werden, damit die Wale atmen können. Außerdem herrschen im flachen Wasser zu niedrige Temperaturen für die Meeressäuger.

Ist das “Walgefängnis” illegal?

Laut dem Magazin “National Geographic” sollen 87 Belugawale und elf Orcas in dem “Walgefängnis” hausen. Sie wurden demnach im Sommer 2018 von vier russischen Firmen gefangen und eingesperrt. Die behaupten, die Tiere lediglich innerhalb Russlands an Zoos und Aquarien verkaufen zu wollen. Dies wäre legal.

Experten bezweifeln dem Bericht zufolge jedoch, dass für so viele Wale auf dem heimischen Markt überhaupt ausreichend Nachfrage besteht. Deshalb wird vermutet, dass die Tiere für das Ausland, beispielsweise China, bestimmt sind. Ein solcher Export von Walen aber ist verboten. Darauf hat sogar schon der russische Generalstaatsanwalt hingewiesen.

Juristischer Erfolg für Tierschützer

Der Fall sorgt seit November 2018 in Russland für Schlagzeilen. Vor wenigen Tagen sind schließlich drei Tierschutzorganisationen wegen des “Walgefängnisses” vor Gericht gezogen. Das hatte offenbar schnell zu Erfolg geführt. Wie “National Geographic” jetzt berichtete, wollen russische Behörden neue Ermittlungen wegen möglicher Tierquälerei aufnehmen. Die Chancen stünden gut, dass die Wale schnell zurück in die freie Natur entlassen werden.