Til Schweiger: Amnestie für Roman Polanski? Sicher nicht!

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Für Filmemacher Til Schweiger kommt weder die Besetzungscouch infrage, noch eine Amnestie für Kollegen wie Roman Polanski. "Das ist einfach nur empathielos."

Er ist einer der erfolgreichsten Filmemacher Deutschlands und nie um ein klares Statement verlegen: Til Schweiger (54, "Honig im Kopf"). Auch zum aktuellen Top-Thema der Branche, den Missbrauchsskandalen und -vorwürfen, hat er eine deutliche Meinung: Machtmissbrauch durch Produzenten und Regisseure dürfe weder moralisch noch rechtlich verjähren, sagt er im Interview mit dem Magazin "Gala".

Ein besonders "unfassbares" Beispiel stellt für ihn der Fall Roman Polanski (84, "Rosemaries Baby") dar. Vor ein paar Jahren habe er von der deutschen Filmakademie einen Amnestie-Aufruf für den französisch-polnischen Kollegen bekommen, erinnert sich Schweiger. "Den habe ich natürlich nicht unterschrieben. Ich fand es einfach nur unfassbar, dass sich eine ganze Akademie für Polanski zusammenschließt."

Warum, erklärt der Filmemacher so: "Ein Mann, der ein dreizehnjähriges Mädchen unter Drogen gesetzt und missbraucht hat und nur deswegen nicht bestraft wurde, weil er das Land verlassen hat. Und das soll ihm verziehen werden, weil er so ein großartiger Künstler ist? Das ist einfach nur empathielos", findet Schweiger, der selbst Vater dreier Töchter ist: Luna (20), Lilli (19), Emma (15). Polanski habe das getan, was er getan habe, fährt Schweiger fort, und dafür müsse er auch bestraft werden.

Die Besetzungscouch

Und auch beim Thema Besetzungscouch ist Til Schweiger streng: "Bei mir hat noch keine Schauspielerin eine Rolle bekommen, weil sie mit mir ins Bett gegangen ist. Der einzige Grund, weshalb eine Person in meinen Filmen mitspielt, ist, weil sie perfekt für die Rolle ist", sagt er über die Castings für seine Filme.

Über Dieter Wedel, der sich aktuell mit gewaltigen Missbrauchsvorwürfen konfrontiert sieht, sagt Schweiger dann noch: "Natürlich habe ich Geschichten darüber gehört, was Dieter Wedel am Set für ein Schreckensregime führt, wie er Mitarbeiter vor versammelter Mannschaft niedermacht und wie er seine Macht ausnützt." Dass er jemanden vergewaltigt haben soll, habe er aber noch nicht gehört - "was nicht bedeutet, dass es das nicht gegeben hat"...

Foto(s): imago/eventfoto54

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