Tippfehler schickt 36 Millionen ins Nirgendwo

·Freiberufliche Journalistin

Entwickler der Kryptowährung Juno wollten Token im Wert von 36 Millionen US-Dollar überweisen. Doch ein Kopierfehler beförderte die riesige Summe ins Nichts.

Kryptowährung im Wert von 36 Millionen wurde ins Nirgendwo geschickt. (Symbolbild: Getty Images)
Kryptowährung im Wert von 36 Millionen wurde ins Nirgendwo geschickt. (Symbolbild: Getty Images)

Copy & Paste – diese Funktion ist superpraktisch, wenn möglichst kein Irrtum passieren soll. Gerade bei Überweisungen ist das Verfahren empfehlenswert, weil sich so keine Fehler bei den Daten des Empfängers einschleichen können. Die Kontoverbindung wird ganz einfach markiert, kopiert und wieder neu eingefügt. Das geht fix und Versender von Geld sind auf der sicheren Seite.

Blöd nur, wenn man versehentlich die falschen Daten beim Kopieren erwischt, auf Absenden klickt und damit 36 Millionen US-Dollar unerreichbar in den Tiefen des Internets versenkt.

Kryptovermögen sollte beschlagnahmt werden

Genau das ist einem Entwickler der Kryptowährung Juno passiert, wie die Nachrichtenseite Coindesk berichtet. Hintergrund war demnach ein Streit in der Juno-Community. Die warf dem japanischen Großinvestor Takumi Asano vor, gegen die Bedingungen verstoßen und sich so ungerechtfertigt bereichert zu haben.

In einer Abstimmung beschloss die Community daraufhin, das Kryptovermögen des Japaners in Höhe von 3 Millionen Token im Wert von 36 Millionen US-Dollar zu beschlagnahmen. Das Geld sollte dann auf einem neutralen Konto, einer Sonder-Wallet, geparkt werden, bis geklärt wäre, was damit weiter passieren soll.

Falsche Empfängerdaten

Doch dazu kam es nicht, denn der mit der Überweisung beauftrage Entwickler erwischte die falschen Empfängerdaten und schickte die Millionen an eine Wallet, auf die im Nachhinein niemand zugreifen kann. Da die Transaktion in einem Blockchain-System getätigt wurde, war es ausgeschlossen, die einmal in Gang gesetzte Überweisung rückgängig zu machen.

Andrea Di Michele, einer der Gründungsentwickler von Juno Network, sagte Coindesk, dass er die richtige Wallet-Adresse und den für die Transaktion nötigen Hash an den Entwickler gesendet habe. "Ich habe aber nicht davor geschrieben: Das ist der Transaktions-Hash", so Di Michele.

Eine Chance gibt es noch, das Geld zurückzuholen

Laut Di Michele haben die Entwickler dann versehentlich den Transaktions-Hash kopiert, der der Wallet-Adresse ähnlich sah – und nicht die Adresse selbst. Anschließend hätten 120 Prüfer ihr Okay zu der Transaktion gegeben, ohne zu bemerken, dass die Empfangsadresse falsch ist.

Laut msn gibt es aber eine Möglichkeit, das Geld doch noch zurückzuholen: Alle Personen, die im Besitz der Kryptowährung sind, können per Wahl entscheiden, die Blockchain zu ändern. So können die 3 Millionen Juno-Token per Update wieder zurückgeholt werden.

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