Schumachers Woche : Ohne alltäglichen Respekt wird das alles nichts

„Guten Morgen, bitte, danke“ - Hajo Schumacher fordert ein Minimum an Umgangsformen.

Guten Morgen, liebe Leserinnen, liebe Leser! Oder ist es schon später? Guten Tag dann. Gönnen Sie sich ein bisschen Entspannung. Keine Angst, ich will Ihnen nichts verkaufen. Aber ich hatte ein kleines, sehr eindrückliches Erlebnis vergangene Woche. Es begann an der Sicherheitsschleuse am Flughafen, wo ich "Guten Morgen" sagte zu dem Mann, der mich mit Wegwerfhandschuhen heranwinkte. Er stutzte und erwiderte: "Sie sind der Achte seit heute früh um fünf." Der Achte was? Ehemann von Jenny Elvers? King George? "Der Achte, der ,Guten Morgen' sagt", erklärte der Sicherheitsmann.

Es war kurz vor neun. Wenn pro Stunde nur 100 Passagiere durch die Schleuse gekommen waren, hatte maximal jeder Fünfzigste den Mann gegrüßt, der gegen lausige Bezahlung hoch konzentriert dafür sorgt, dass die Zahl der Verrückten im Flugzeug überschaubar bleibt.

Wir sorgen uns um Klimawandel, Brexit und Feinstaub. Könnte es sein, dass all diese Probleme einfacher zu lösen sind, wenn jeder an seinen Umgangsformen arbeitet? Schon klar, ab hier riecht es nach Spießigkeit. Hatten wir unsere Eltern nicht als altmodisch abgetan, weil sie verzweifelt versucht hatten, uns ein gelegentliches "Bitte" und "Danke" beizubringen, ein Minimum an Freundlichkeit, was nicht anderes bedeutet als – Respekt? Womöglich hatten die alten Herrschaften auch damit recht.

Gewüte, Gezicke, Gelüge, Alltagsverachten

Unser hochhektisches Miteinander leidet allenthalben an einem Respektdefizit. Ob es der wütende Sound des US-Wahlkampfes und se...

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