Nach Tod von Uderzo: Liebeserklärung an ein Nest voller Widerstandskämpfer

Gut so, der Junge soll lesen! Als ich meine ersten Asterix-Geschichten verschlungen habe, war ich acht oder neun. Und meine Eltern waren zufrieden: Kinder lesen halt gern bunte Bildergeschichten! Als ich mit 15 immer noch diese Figuren studierte, waren da erste Zweifel. Und als mit 30 plötzlich alle Asterix-Bände – in ziemlich hässliches Leder eingebunden – in meinem Bücherschrank auftauchten, gab es dann schon besorgte Fragen. Etwa die: Asterix – ist das nicht mehr was für Kinder?

Doch, auch! Diese Abenteuer eines pfiffigen kleinen Kriegers und seines Hinkelstein-schleppenden Freundes sind wirklich ganz wunderbar für Kinder: René Goscinny und Albert Uderzo lieferten derbe, lustige Geschichten, hatten die besten – und natürlich stets unblutigen – Prügeleien und die besten Witze. Dass da mehr ist, konnte man ahnen, musste es aber nicht gleich verstehen: Uderzos Wimmelbilder sind oft ausgemalt bis in die letzen Winkel – und da laufen noch ganz andere Dramen, da sind die Singvögel im Ehestreit und Eichhörnchen beim Exodus. Ich finde heute noch in alten Bänden Details, die mir neu sind. Die ganzen Promis, die als Karikatur auftauchten, die musste man als Kind nicht kennen, die entdeckte man später: Jacques Chirac und Sean Connery, Fellini und Don Quijote.

Nach dem Tod von Albert Uderzo: Liebeserklärung an Asterix und Co. 

Und dann sind da noch diese Studien in Volkswirtschaft, Soziologie und Geografie: All die Versuche der dekadenten Römer, diesen Haufen von Nervensägen an der bretonischen Küste auf Linie zu bringen – die Verlockungen des Profits („Obelix GmbH & Co. KG“) und des Luxus („Die Trabantenstadt“), schiere Niedertracht („Streit um Asterix“), Mauern und ihre Überwindung („Der große Graben“), all die vergifteten Geschenke und Lorbeeren des Cäsar und all die Expeditionen nach...Lesen Sie den ganzen Artikel bei mopo