Zum Tode Verurteilte scheitert in Pakistan mit Berufung

Christen in Pakistan unterstützen Asia Bibi 2010

Ein pakistanisches Gericht hat das Todesurteil gegen eine wegen Gotteslästerung verurteilte Christin aufrecht erhalten. Das Gericht in Lahore wies einen Berufungsantrag der fünffachen Mutter Asia Bibi zurück, wie ihr Anwalt mitteilte. Bibi wolle nun den Obersten Gerichtshof des Landes anrufen. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte die Gerichtsentscheidung als "schwere Ungerechtigkeit".

Asia Bibi sitzt seit November 2010 im Todestrakt, nachdem sie in der Provinz Punjab zum Tod durch den Strang verurteilt wurde. Muslimische Frauen aus ihrem Dorf hatten sich im Juni 2009 darüber beschwert, dass sich die Frau im Streit beleidigend über den Propheten Mohammed geäußert habe.

Muslimische Geistliche im Gerichtssaal bejubelten die Ablehnung von Bibis Berufungsantrag. Amnesty International forderte dagegen die sofortige Freilassung der Frau. "Asia Bibi hätte niemals verurteilt werden dürfen, schon gar nicht zum Tode", erklärte Amnesty-Experte David Griffiths. "Die Tatsache, dass sie für einen Streit mit ihrem Leben bezahlen könnte, ist widerwärtig."

Versuche, das strenge Blasphemie-Gesetz in Pakistan zu reformieren, scheiterten in der Vergangenheit am Widerstand konservativer Politiker und Kleriker. 2011 waren zwei Politiker ermordet worden, die sich für Reformen eingesetzt hatten. Etwa 97 Prozent der rund 180 Millionen Pakistaner sind Muslime. Fälle angeblicher Gotteslästerung lösen in dem Land häufig große öffentliche Empörung und Gewalt aus.