Todenhöfer im Interview: „Terror kann man nicht einfach wegbomben“

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Herr Todenhöfer, Sie kommen aus der schwer umkämpften Stadt Mossul im Irak. Eine Art Vor-Hölle, wenn man Menschenrechts-Organisationen hört.

Jürgen Todenhöfer: In dieser Vor-Hölle lebt die Bevölkerung schon länger. Über zwei Jahre lang hat der IS die Menschen gequält. Nun nennt man es Befreiung, wenn man die Häuser der Zivilbevölkerung bombardiert und ganze Stadtviertel platt macht.

Was haben Sie vor Ort gesehen? Gibt es unter Präsident Trump eine Rambo-Strategie?

Todenhöfer: In West-Mossul finden brutale Kämpfe statt. Das war vor Trump so und ist unter ihm nicht anders. Getötete IS-Kämpfer verwesen in zerbombten Ruinen. Aber es sterben viel mehr Zivilisten als Terroristen. Als mein Sohn Frederic und ich letzte Woche in Mossul waren, wurden gerade die Leichen von 200 Zivilisten aus den Trümmern ihrer Häuser geborgen. Opfer eines US-Bombardements. Sicherheitskräfte sperrten den Bereich ab, um weitere Fotos zu verhindern. West-Mossul erinnert an die Trümmerlandschaft, die einmal das syrische Ost-Aleppo war.

Was wäre denn eine funktionierende Alternative zu einer militärischen Befreiung?

Todenhöfer: Es gab ein Angebot der sunnitischen Opposition an das Weiße Haus: „Lasst uns den angeblich sunnitischen IS selbst ausschalten; von uns Sunniten besiegt, wäre er ideologisch erledigt.“ Im Gegenzug wollten die Sunniten der schiitischen Bevölkerungsmehrheit gleichgestellt werden. Rechtlich und auch im Alltag. Darauf sind die USA nicht eingegangen. Heute sind fast alle sunnitischen Städte im Irak zerstört und unzählige Unschuldige gestorben. Die explosive konfessionelle Spaltung des Landes wurde dadurch verschärft.

Aber die IS-Terroristen sind geschlagen?

Todenhöfer: Der sogenannte Islamische Staat geht in der Tat als Staat gerade unter. Aber als...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung

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