Unfall mit sieben Toten in Südtirol: Fahrer in Haft

Betrunken und vermutlich zu schnell - so fuhr ein Südtiroler in eine Gruppe junger deutscher Touristen. Am Tag danach ermitteln die Behörden weiter zu den Details des tödlichen Unglücks.

An der Unfallstelle wurden Blumen und Kerzen aufgestellt (Bild: Getty Images)

Bozen/Luttach (dpa) - Nach dem Tod einer 21-Jährigen Frau ist die Zahl der Toten nach dem tragischen Unglück in Südtirol mittlerweile auf sieben gestiegen. Der Autofahrer, der die Gruppe junger Deutsche betrunken getötet hat, kommt in Haft. Der 27-Jährige sei aus dem Krankenhaus in Bruneck entlassen worden und werde ins Gefängnis nach Bozen gebracht, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Die Ermittlungen der Behörden in Südtirol hatten einen Alkoholwert von fast zwei Promille ergeben. Außerdem gehen die Ermittler von überhöhter Geschwindigkeit aus.

Bis Montag reisten immer mehr trauernde Angehörige aus Deutschland nach Südtirol. Viele kamen zum Krankenhaus in Bruneck, rund 20 Fahrkilometer von Luttach entfernt. Dort befanden sich die Toten, um abschließend identifiziert zu werden.

Der Mann aus der Region war in der Nacht zu Sonntag im Wintersportort Luttach in eine Gruppe junger Skitouristen gerast. Dabei wurden - zusätzlich zu den sieben Toten - weitere zehn Menschen verletzt, eine Person kämpfte im Krankenhaus in Innsbruck in Österreich noch ums Überleben. Dem Fahrer drohen bis zu 18 Jahre Haft wegen der Schwere des Unfalls.

Zustand der Verletzten unbekannt

Am Sonntagabend hatte die Staatsanwaltschaft in Bozen mitgeteilt: «Aufgrund der gesamten Unfalldynamik ist von einer erheblichen Übertretung der Geschwindigkeitsbegrenzung auszugehen. Es wird ein Gutachten zur genauen Feststellung der Geschwindigkeit in Erwägung gezogen.» An der Unglücksstelle sind 50 Kilometer pro Stunde erlaubt.

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Die Polizei in Bozen machte am Vormittag keine neuen Angaben zum Zustand der Verletzten. Der 27-Jährige war kurz nach dem Unfall festgenommen und ins Hospital gebracht worden. Nach Medienberichten bestand womöglich auch Suizidgefahr.

An der Unfallstelle erinnerten weiter Grablichter, Blumen und Bilder an die Katastrophe. Bürgermeister Helmut Klammer betonte erneut sein Mitgefühl mit den Angehörigen. «Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Familien», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Berichte, wonach es häufig Beschwerden wegen betrunkener Raser gegeben haben soll, bestätigte er nicht. Er verwies auf die Tempo-50-Schilder, die aufgestellt sind. Mehr könne die Gemeinde nicht tun, sagte er.

Forderung nach mehr Sicherheit auf den Straßen

Die Polizei in Bozen erläuterte, dass die Untersuchungen noch liefen und nicht klar sei, wie schnell der Mann wirklich fuhr. Die jungen Urlauber befanden sich auf dem Heimweg von einem Discobesuch. Gegen 1.15 Uhr stiegen sie aus einem Shuttlebus und überquerten die Hauptstraße, als es zum Unglück kam. Die sechs Toten waren nach Behördenangaben um die 20 Jahre alt.

Vier der Toten stammen aus Nordrhein-Westfalen, einer wohnte in Hamburg und der sechste in Niedersachsen. Unter den Verletzten sind zwei Südtiroler, die übrigen stammen den Angaben nach aus Deutschland.

Nach zahlreichen schweren Autounfällen in kurzer Zeit in Italien ist in der Hauptstadt Rom eine Kundgebung für den 23. Februar für mehr Sicherheit auf den Straßen geplant. Dazu rufen mehrere Verbände auf, darunter auch Radfahrer.