Tolu tief beeindruckt von Solidarität in Deutschland während Haft in der Türkei

Die deutsche Journalistin Mesale Tolu hat sich tief beeindruckt von dem Beistand aus Deutschland gezeigt, den sie während ihrer Haft in der Türkei erfuhr. Briefe, Postkarten und Aktionen in Deutschland hätten sie tief bewegt, sagte die im Dezember aus dem Gefängnis entlassene Tolu der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" vom Freitag laut einer Vorabmeldung.

Die deutsche Gesellschaft habe sich nicht nur mit dem deutschen Menschenrechtler Peter Steudtner solidarisiert, als dieser in der Türkei inhaftiert wurde, sondern auch mit dem deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel und mit ihr selbst, fügte die deutsche Staatsbürgerin mit türkischen Wurzeln hinzu. "Das bestätigt uns auch in der Identität als Deutsche."

Die aus Ulm stammende Tolu sagte den Zeitungen weiter: "Wenn man in der Fremde eingesperrt ist, in einem anderen Land, dann tut es gut zu wissen, dass die eigene Stadt einen so ins Herz geschlossen hat." Sie wolle nun so schnell wie möglich nach Ulm zurückkehren. "Dieser Alltag in Deutschland - kurz zum Bäcker und dann Kaffee zur Brezel oder nachmittags Kaffee und Kuchen - fehlt mir sehr."

Ein Gericht in Istanbul hatte Mitte Dezember die Entlassung Tolus aus der Untersuchungshaft angeordnet, allerdings nur unter Auflagen. Sie muss sich wöchentlich bei den Behörden melden und darf das Land nicht verlassen. Tolu war "Terrorpropaganda" vorgeworfen worden.

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